Stop. Think. Act.

Eine Ausstellung als »Mitmach-Projekt«

16.09.2015 | "Eine wichtige Ausstellung zum richtigen Zeitpunkt! Die Würde des Menschen ist unantastbar!", schrieb der DGB-Vorsitzende NRW, Andreas Meyer-Lauber zum Auftakt der Ausstellung "Asyl ist Menschenrecht!" uns ins Gästebuch. Die politische Vernissage zur Eröffnung der Ausstellung wurde eingeleitet und begleitet von Ando, ein albanischer Flüchtling und klassischer Violinist, der derzeit in einer Erstaufnahme-Einrichtung in Düsseldorf lebt.
 
Mehr als zweihundert Gäste eröffneten die Ausstellung und den darin als Aktionsraum vorgesehenen "Treffpunkt Willkommen". Gemeinsam eingeladen hatten die »IG Metall Bezirk NRW, das Bildungszentrum und die IG Metall Jugend NRW um der Solidarität mit Flüchtlingen zusätzlichen Rückenwind zu verschaffen. Die Ausstellung von PRO ASYL bietet dazu nun für mindestens sechs Monate einen guten Rahmen. Zudem steht sie interessierten Betrieben und Verwaltungsstellen als abrufbare Wanderausstellung zur Verfügung.

„Jetzt mal die Hände aus der Tasche. Und selbst anpacken!"
Mit dieser Formel brachte Marc Otten, Bezirkssekretär der IG Metall Jugend NRW, das Ziel der Initiative auf den Punkt. Denn die Ausstellung will auch zeigen, was Metallerinnen und Metaller in Betrieben, Verwaltungsstellen und Initiativen mit und für Flüchtlinge tun. Dazu der Schulleiter Fritz Janitz: „Die Ausstellung soll ein gemeinsames „Mitmach-Projekt" werden. Wir wollen Fragen stellen, Austausch organisieren, aktuelle Materialien und erfolgreiches Engagement vorstellen. Dabei wünsche ich uns allen viele gute Beispiele, die über diese Ausstellung dokumentiert und somit weitergetragen werden können".


Vorschau

Bilderstrecke: Stop. Think. Act. (alle Bilder: Thomas Range/gfp)

Unsere eigene Geschichte verpflichtet
Daran erinnerte einleitend IG Metall-Bezirksleiter Bezirksleiter Knut Giesler: Für ihn gehört die Verteidigung des Grundrechts auf politisches Asyl sowie Artikel 1 des Grundgesetzes fest auf die Agenda jedes geschichtsbewussten Gewerkschaftsmitgliedes: "Die Würde des Menschen ist unantastbar - dieser Satz ist nicht banal, er ist zentral. Dem Sieg der Alliierten über das Nazi-Regime, verdanken wir es, dass wir heute hier überhaupt stehen können – und dass freie Gewerkschaften wieder möglich waren!"

"Integration durch Qualifizierung"
lautete das Credo seiner Rede mit Blick auf die aktuelle Situation. Dabei betonte er "die riesigen Chancen", die für unsere Gesellschaft mit dem Eintreffen der Flüchtlinge verbunden sind. „Wir wollen, dass junge Flüchtlinge auch eine berufliche Perspektive erhalten!" Mit der Aktion "Willkommen - Geflüchtete in Ausbildung!" will die IG Metall NRW deshalb aktiv auf Unternehmen im Lande zugehen. Das erklärte Ziel: Ausbildungs- und Praktikumsplätze für junge Flüchtlinge. Dabei stellte Giesler aber auch eines klar:" Wir werden nicht zulassen, dass Flüchtlinge »der billige Jacob der deutschen Wirtschaft werden".

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Bilderstrecke: Teil II: Stop. Think. Act. (alle Bilder: Thomas Range/gfp)

Nicht über – mit Flüchtlingen reden!
Wie wichtig das ist, zeigte die Gesprächsrunde mit Norman Hoffmann, Leiter einer Erstaufnahmestelle in Düsseldorf. Die Einrichtung liegt in direkter Nachbarschaft der IG Metall Bezirksleitung NRW. Hoffmann schilderte die Herausforderungen, denen sich ehrenamtliche und hauptamtliche Helfer/-innen dort derzeit stellen: "Unsere Belegungszahl hat sich in den letzten drei Wochen auf über 500 Menschen verdoppelt. Das was wir den Menschen derzeit bieten sind drei Dinge: warm und trocken, satt und erst einmal ein Bett!".

Als zentrale Not der Flüchtenden beschrieb Hoffmann, die für die Betroffenen furchtbare Enge und Wartezeit – gerade in den Erstaufnahmestellen. „Es dauert zu lange bis endlich etwas passiert und die Leute wissen, wie es für sie konkret weiter geht". Die Ungewissheit und das lange Warten bedeuten Unsicherheit, Angst und vor allem „untätige Langeweile; Langeweile, und nochmals Langeweile."

„Diese Langeweile überschattet einfach alles!"
Entsprechend beantwortete Hoffmann die Frage von Nihat Öztürk, Geschäftsführer der IG Metall in Düsseldorf-Neuss danach, wie die IG Metall konkret helfen könne. Aus seiner Sicht sind menschliche und kulturelle Begegnungen, gemeinsame Unternehmungen und Ausflüge wichtig: „Das bringt wenigstens etwas Ablenkung von der eigenen Situation und der Tristesse des Alltags." Um dies aber mehr als 500 Menschen zu ermöglichen, fehlt es an Zeit, Geld, Personal und entsprechender Logistik (Tickets, Busse, Ideen und Angebote , persönlicher Begleitung). Hier ist ehrenamtliches Engagement und Vernetzung gefragt.

Die Kolleginnen und Kollegen des OV Düsseldorf und der Bezirksleitung reagierten auf diesen Wunsch spontan und per Zuruf. Und auch Luitwin Mallmann, Hauptgeschäftsführer von METALL NRW, dem Verband der Metall- und Elektroindustrie sagte dabei praktische Kooperationsbereitschaft zu. Knut Giesler signalisierte, dass die Erstaufnahme in der Rossstraße auf gut nachbarschaftliche Unterstützung hoffen kann.

Willkommen! Wir schaffen das! Eine gute Gelegenheit, die Ausstellung kennenzulernen, eigenes Engagement vorzustellen, Initiative zu planen und Erfahrungen weiter zu geben bietet sich noch bis mindestens März 2016. Zum Beispiel:

  • beim nächsten Seminar/Besuch im Bildungszentrum
  • am Tag der offenen Tür in Sprockhövel am 24.09.2015 oder 
  • mit der Wanderausstellung, die bereits unterwegs ist (in Bochum, Hagen, Hamm u.a.)

»Hier gibt es die Einladung zu der Ausstellung in Sprockhövel zum downloaden!

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