100 Jahre Frauenwahlrecht (2)

Die Mär von der Chancengleichheit


19.01.2019 | 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts vernachlässigt auch die Wirtschaft immer noch eklatant die Gleichberechtigung. Die Bilanz von Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall fällt deshalb – anlässlich der Gedenkfeier im Deutschen Bundestag – eher nüchtern aus:

"Heute feiern wir – von Union bis Linkspartei – ein historisches Ereignis. Wir schütteln einhellig die Köpfe angesichts der Widerstände, die die Frauen damals überwinden mussten. Gleichzeitig lassen wir die Frauen ungerührt im Regen stehen, Und zwar dann, wenn es um gleichstellungspolitische Widerstände von heute geht", schreibt sie in einem aktuellen Gastkommentar im Handelsblatt

Chancengleichheit braucht offensichtlich mehr als 100 Jahre:

  • Unverändert haben Mädchen die besseren Schulabschlüsse, machen jedoch eher Jungs Karriere, Erlauben es sich 76 Prozent der Unternehmen, Frauen aus ihren Vorständen herauszuhalten und gibt es - Stand Silvester 2018 – lediglich 61 weibliche Vorstandsmitglieder in deutschen DAX-Unternehmen.

  • Frauen sind in den meisten technischen Berufen und der Digitalbranche weit unterrepräsentiert. Die die hohe Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern bleibt mit ca. 20 Prozent seit Jahren konstant. Dafür erledigen dafür die Frauen ca. 50 Prozent mehr an unbezahlter Arbeit in Familie und Haushalt als ihre Männer.

  • Frauen erhalten im Durchschnitt nur etwa halb so viel Rente wie die Männer. 90 % von Armut der von bedrohten Alleinerziehenden sind Frauen. Und die Vereinbarkeit von Arbeitszeiten mit Kindern und Familie bleibt ganz oben auf der "Glücksagenda" vieler Kolleg*innen.

Seit 100 Jahren haben Frauen das Recht zu wählen –
und sich wählen zu lassen.

Und es gibt offensichtlich gute Gründe, dies auch zu tun! Ob bei den anstehenden Wahlterminen  in 2019 oder mit Blick auf mehr weibliche Mitbestimmung – auch in Betrieben und Gewerkschaften.

  • In einer Plakataussstellung der IG Metall – werfen wir einen Blick zurück und sagen sieben Metallerinnen, was ihnen dabei heute wichtig ist. Ein guter Anlass für SeminarTeilnehmer*innen, um dazu im Gespräch zu bleiben: Frech. Fröhlich. Feministisch. 
Die Ausstellung "100 Jahre Frauenwahlrecht!" ist im Bildungszentrum Sprockhövel (ab 28.01.2019 im 1. OG / Seminargebäude) zu besichtigen.


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