Alles mal ganz anders

Hier lang bitte zu den Highlights des 1. Mai Livestream


04.05.2020 | "Zum ersten Mal seit meiner Jugend werde ich nicht auf einer Kundgebung sein. Eine neue Erfahrung am 1. Mai, auf die ich gerne verzichtet hätte," so Jörg Hofmann, 1. Vorsitzender der IG Metall im Interview zur ganz aktuellen Corana-Lage und mit Blick auf den diesjährigen "Tag der (Kurz-) Arbeit". Mit eher gemischten Gefühlen starteten deshalb wohl auch viele aktive Gewerkschafter*innen am 1. Mai ihren Morgen.

Befremden, Kreativität und echte "Gänsehaut"

Aufgrund der Kontakteinschränkungen wegen der Corona-Epidemie fielen die traditionellen Mai-Demonstrationen auf Straßen und Plätzen diesmal weitgehend aus. Zu hoch sei die Gefahr der Ansteckung, hieß es und nur einige wenige Versammlungen wurden bundesweit beantragt und unter strengen Auflagen genehmigt. Allein in Berlin marschierten rund 5.000 Polizisten auf, um die Lage zu überwachen. Vom DGB und den Einzelgewerkschaften wurde auch der 1. Mai diesmal ins Netz verlegt.Aufgerufen wurde zur gemeinsamen Online-Kundgebung.

Das Motto: "Solidarisch ist man nicht alleine!"

  • So wurde also die rote Nelke diesmal nicht ins Knopfloch gesteckt sondern in den Blumenkasten gepflanzt - oder per WhatsApp versendet.
  • Fahnen und Banner galt es auf dem eigenen Balkon zu hissen, am Küchenfenster oder auf dem Gepäckträger des ausgeliehenen E-Bikes.
  • Man verabredete sich am Küchentischen, in Gärten und öffentlichen Parks oder auch dem neu gegründeten Autokino zur kleinen Kundgebung.
  • Oder: verfolgte eben allein, aber solidarisch, den dreistündigen 1. Mai-Livestream mit seiner Kaffeetasse in der Hand aus dem Homeoffice.

Letzteres war eine durchaus lohnenswerte Erfahrung. Vor allem, wenn man neben dem facettenreichen Programm, auch die zahlreichen Kommentierungen in den sozialen Medien dabei aufmerksam mitverfolgte: Ein insgesamt aufschlussreiches Stimmungsbild - und die volle Bandbreite der ganz unterschiedlichen Befindlichkeiten und Gefühlslagen in diesen Tagen.

Mit Abstand und Maske, aber ohne Maulkorb

Der DGB-Livestream war gut getaktet: kreative Mitmach-Aktionen und facettenreiche O-Töne der Kolleginnen und Kollegen, kurze Grußworte aus Politik und Zivilgesellschaft, moderierte Talk-Runden und - ganz unverzichtbar - die klaren Statements und einfühlsamen Songs der beteiligten Künstler*innen. Nach ersten DGB-Angaben fiel die Zahl der Beteiligten immerhin sechsstellig aus.

Wer den Livestream verpasst hat oder nochmals genauer hinsehen und reinhören möchte, findet dazu die Gelegenheit auf der DGB-Homepage:
Hilfreich: die übersichtliche Sortierung der Aufzeichnung nach einzeln anklickbaren Beiträgen.


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