Wenn zwei sich streiten,...

... vermittelt oft besser mal ein Dritter!

03.03.2014 | So ließe sich die Methode Mediation auf eine knappe Formel bringen... Das BiZ Sprockhövel bietet einen mit Zertifikat abschließenden Lehrgang Betriebsmediation an und begleitet die Teilnehmenden in der Praxis. Der nächste mehrstufige Ausbildungsgang startet am 22.06.2014 (Seminarnummer SE02614).

Hier ein Erfahrungsbericht aus Sicht der Teilnehmenden des ersten, im Januar abgeschlossenen Ausbildungslehrgangs:
 
RechtsanwältInnen tun es - LehrerInnen tun es – und nun auch Betriebsräte und Betriebsrätinnen. Überall treten Konflikte auf und sind sogenannte Mediatorinnen und Mediatoren gefragt. Gerade die Betriebsratsarbeit wird durch vermeintliche Sachkonflikte und nicht erkannte Probleme besonders erschwert. Dann gilt es die Konfliktparteien „zu entkriseln“. Denn sinnlose Schulddebatten helfen meist nicht weiter. Und wenn Konflikte in Inhalt und Form eskalieren – ist guter Rat meist teuer – aber die Lage eben nur scheinbar aussichtslos...

Mediation –  kein Allheilmittel, doch ein moderater Weg
Im Mai 2013 haben wir uns entschlossen am ersten Ausbildungsgang zum/zur Betriebsmediator/in im BiZSprockhövel teilzunehmen. Doch was ist Mediation eigentlich? Hier geht es nicht darum Recht zu haben oder Recht zu bekommen. MediatorInnen bringen die Streitenden an einen Tisch und suchen Klärung. Alle Konfliktbeteiligten müssen das Konzept anerkennen, sich auf das moderierte Gespräch einlassen wollen und einfache Regeln akzeptieren. Durch einfühlsame und richtige Fragestellungen gelingt es dann meist eine für alle Seiten tragbare Lösung zu finden. Denn: Mediation bezieht auf kluge Art die Beziehungsebene mit ein. Und das ist wichtig: denn meist sind (verletzte) Gefühle und nicht erkannte Bedürfnissen, die eigentlichen Konfliktthemen und ihre Ursachen. Auch heftige Streitigkeiten können so, auf schnellem und gutem Wege, „günstig“, oft sehr nachhaltig und außergerichtlich gelöst werden.

Mediation – eine Methode, die gekonnt sein will
In unseren Seminaren haben wir die Ausbildung mit den theoretischen Grundlagen der Mediation begonnen. Wir haben u.a. aktives Zuhören, das Erlernen  „gewaltfreier Kommunikation“ und das Erkennen des Unterschiedes zwischen Beobachtung und Bewertung gelernt. Im Konflikt verändert sich die jeweilige Wahrnehmung: sie wird enger und genauer. Neben der Frage: „Was ist eigentlich passiert?“ ist vor allem zu klären: „Wie wollen wir in Zukunft weiter miteinander arbeiten?“. Das theoretisch Erlernte konnten wir an vielen konkreten Beispielen aus dem beruflichen und persönlichen Alltag, immer wieder üben, sprich uns als Mediatorinnen auszuprobieren. Dabei haben wir zu schätzen gelernt, dass uns neben der Bildungsreferentin Margrit Kronisch (selbst ausgebildete Mediatorin) auch Dr. Manuel Tusch, ein erfahrener Psychologe und Prof. Dr. Dirk Waschull ein versierter Jurist zur Seite standen.

Mediation –  Interessengegensätze nicht aufheben sondern bearbeiten
Natürlich wird durch Mediation der Interessengegensatz zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat nicht aufgehoben. Aber die Form der Austragung kann sich grundlegend verändern. Mediation kommt  dabei zudem auch und gerade bei Auseinandersetzungen innerhalb des Betriebsrats-Büros, unter Kolleginnen und Kollegen in einer Belegschaft und/oder bei Mobbingfällen zum Einsatz. Auf Grundlage positiver Erfahrungen gibt es zudem in vielen Betrieben auch Betriebsvereinbarungen zum Einsatz von Mediation. Hier setzen die Ausbildungslehrgänge der IG Metall praxisnah an.

Betriebsmediation – positive Bilanz für eine zeitgemäße Methode
Im Januar 2014 haben wir und insgesamt dreizehn AbsolventInnen – erstmals das Zertifikat als Betriebsmediator/in erhalten. Und wir wenden unser Wissen praktisch und begleitend an. Dazu Hardy, Müller BR-Vorsitzender in Coburg: „Ich bin schon lange Betriebsrat und BR-Vorsitzender und habe in dieser Zeit viele wichtige und gute Seminare besucht. Die Mediationsausbildung hatte für mich dennoch eine besondere Intensität und Eigendynamik. Die vielen neuen Einblicke, Erfahrungen und Möglichkeiten für den Umgang mit meinen Kolleginnen und Kollegen im Betrieb haben mich persönlich weiter gebracht, überrascht und fasziniert. Kurz nach dem Seminar konnte ich in einer betrieblichen Situation auch sofort einige der neu erlernten Methoden anwenden. Und siehe da es funktioniert nicht nur unter Laborbedingungen sondern "in Echtzeit". Das macht dann richtig gute Laune und bringt scheinbar festgefahrene Dinge wieder in Bewegung!“

Unser Fazit als Teilnehmende:
Für uns als Beteiligte war diese Seminarreihe lehrreich, anregend und hat uns in unserem beruflichen und persönlichen Umfeld schon jetzt geholfen, deshalb machen wir weiter und freuen uns auf das Aufbauseminar im Dezember. Wir wünschen dem nächsten Ausbildungsgang  viele motivierte Teilnehmende und ebenfalls großen Erfolg.


Jetzt informieren und anmelden!
Der nächste Ausbildungsgang „Betriebsmediation“ startet am 22.06.2014
unter der Seminarnummer SE02614. Die Ausschreibung findet Ihr »hier als PDF zum Download.

Sonja Hahn, BR bei ZF Friedrichshafen AG und Ingrid Brzoska, BiZ Beverungen


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