(K)EIN FLIEGENDER WECHSEL (2)

Danke Fritz Janitz. Willkommen Richard.


24.07.2019 | 

Die gemeinsame Einladung von Fritz Janitz und Richard Rohnert zu unserem Fest am 12. Juli steht auch für das sehr teamorientierte Selbstverständnis unserer Arbeit im Bildungszentrum Sprockhövel.

Dazu Fritz Janitz, nun ehemaliger Schulleiter des Bildungszentrums Sprockhövel: "Um neuen betrieblichen Anforderungen und aktuellen politischen Herausforderungen an die IG Metall gerecht zu werden, sind grade in unserer Bildungsarbeit, bedarfsgerechte Lösungen, selbstständige Köpfe und dabei dennoch kooperationsbereiter Teamgeist gefragt. Dafür, dass dies in unserem Haus immer sichtbarer und spürbarer wurde, möchte ich mich bei der Belegschaft ganz ehrlich bedanken."

Wir. Feiern. Gemeinsam.

Freundlich empfangen wurden die rund 250 Gäste zum Auftakt von unserem Serviceteam mit einem erfrischenden Aperitif und kleinen Köstlichkeiten. Eine "Belohnung" für die teils schwierige Anreise am ersten Ferientag in NRW und Gelegenheit zum Anstoßen auf ein nettes Wiedersehen.


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Bilderstrecke: Willkommen – 3 Fotos

Zur inhaltlichen Einstimmung auf die Veranstaltung stellte die Homepage-Redaktion ihre schönsten Fotos aus den letzten zehn ereignisreichen Jahren im BiZ Sprockhövel zusammen. Als Einstieg in die Veranstaltung fungierte zudem ein kurzer filmischer Rückblick des Audio-visuellen Zentrums (AVZ) auf Bauphase, Umzug und Abriss des alten Gebäudes sowie die schrittweise "Inbesitznahme" des Neubaus: Keine leichte Aufgabe – und für einen großen Teil der Belegschaft sowie übrigens auch viele unserer Seminarbesucher*innen mit erheblichen Umstellungen und Emotionen verbunden.

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Bilderstrecke: Empfang – 33 Fotos

Hallo Sprockhövel. Willkommen Richard!

Im mehr als gut gefüllten Saal eröffnete Richard Rohnert die Veranstaltung als neuer Schulleiter. Seinen Dank für eine gute Einarbeitungszeit richte er dabei an das ganze Haus sowie explizit an Fritz Janitz; auch für dessen "beispielhaft ganzheitlichen Blick auf viele, viele Details". Das BiZ Sprockhövel sieht auch Richard heute gut bestellt für kommende Aufgaben.

Auslastung und Tempo möchte auch er "möglichst ohne Bruch im Spiel" hochhalten und Qualität weiter ausbauen. Welchen frischen Wind er einbringt, wo er eigene Akzente setzen wird und wie er neue Prioritäten ins Spiel bringt, darauf darf man neugierig und gespannt sein. Dabei setzt auch Richard Rohnert zuversichtlich auf die Chancen nachhaltiger Transformation und "FAirWandel" sowie die Vorteile einer offensiven gewerkschaftlichen Bildungsarbeit als IG Metall: "Auch und gerade heutzutage geht es um nicht weniger als eine Repolitisierung gewerkschaftlicher Betriebsarbeit!"

Entsprechend zitierte er Irene Schulz als Herausgeberin von "Industriearbeit im Wandel - Bildungsarbeit in Bewegung": "Die Kombination aus fachlicher Expertise, strategischem Erfahrungswissen und Praxisnähe in der Betriebs- und Tarifpolitik ist unser Alleinstellungsmerkmal als IG Metall auf dem Bildungsmarkt." 

Die gewerkschaftliche Bildungsarbeit steht in einer digitalen Welt vor neuen Herausforderungen. Neue Konzepte und neue Formate müssen ausprobiert werden. Die Bildungszentren werden dabei auch künftig eine wichtige Rolle spielen, als wertvolle Orte für gemeinsames Lernen, Begegnung und Vernetzung, Reflektion und Entschleunigung.

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Bilderstrecke: Große Gästeschar – 4 Fotos

Diesen Wunsch teilen sicher auch unsere Gäste; darunter der 1. Vorsitzende der IG Metall Jörg Hofmann, die 2. Vorsitzende Christiane Benner, unser geschäftsführendes Vorstandsmitglied Irene Schulz und die beiden Bezirksleiter Knut Giesler (NRW) und Jörg Köhlinger (Mitte).

  • Weiterhin präsent: alle Schulleiter*innen unserer Bildungszentren, zahlreiche Kolleg*innen aus Projekten und lebendigen Arbeitsbeziehungen zu vielen Bezirksleitungen, Geschäftsstellen und Betrieben in der ganzen Republik sowie aus den Ressorts der IG Metall Vorstandsverwaltung. 

  • Gern begrüßte Gäste waren auch wichtige Kooperations-Partner des Bildungszentrums. Nur beispielhaft genannt seien hier die Ruhr-Universität Bochum (siehe dazu auch unser neuer Zertifikatstudiengang für Betriebsräte in der "Lernfabrik") oder die FH Münster (siehe unsere ebenfalls zertifizierte Mediationsausbildung) sowie der Sprockhöveler Bürgermeister Uli Winkelmann oder Miriam Venn, die uns als langjährige Koordinatorin der Flüchtlingshilfe Sprockhövel eine unverzichtbare Beraterin ist; nicht zuletzt mit Blick auf hauseigene  berufsqualifizierende Angebote bzw. Ausbildungsplätze für Geflüchtete.

  • Gleich auf Spanisch begrüßte Richard Manuel Jiménez Gallardo, den Generalsekretär der neu gegründeten Gewerkschaftsverbindung von UGT/FICA in Andalusien sowie Mayte Márquez Gallego und José Maria Arche. Die eigens angereisten "Überraschungsgäste" sind mit der IG Metall NRW, nicht zuletzt dank Fritz Janitz und der Geschäftsstelle Wuppertal, seit Jahren freundschaftlich verbunden.

  • Besonders warmherzig fiel natürlich das Willkommen für die eigenen Lebenspartnerinnen von Richard und Fritz sowie ihre anwesenden "Kinder" aus. Und: die Begrüßung aller ehemaligen Mitarbeiter*innen des Bildungszentrums. Wie für viele Metaller*innen, so ist auch für Richard Rohnert, Sprockhövel eine der ganz wichtigen Stationen in der Prägung als aktiver Gewerkschafter: "Euch allen deshalb ein Danke fürs Lernen können - und danke fürs Nichtbelehren wollen." 

Im Sinne dieser Haltung lud Kollege Rohnert abschließend zu einem "Großgruppen-Seminar" der besonderen Art ein und bat dazu zwei prominente Metaller*innen auf die Bühne.

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Bilderstrecke: Das Großgruppen-Seminar – 6 Fotos

Danke Sprockhövel. Dankeschön Fritz!

Sichtlich vergnügt schlüpften dazu Jörg Hofmann und Irene Schulz in die Rolle zweier neuer Seminarteilnehmender bei ihrer ersten Ergebnis-Präsentation. Das vorgegebene Thema: die Verabschiedung von Fritz. Die knackige Aufgabe: "Erstellt eine "klassische" Wandzeitung!"

Locker, unterhaltsam und plakativ nahmen sie das Publikum mit auf eine kleine Zeitreise. Im gekonnten Wechsel moderiert, startete ihre Rückschau 1978 - dem Eintrittsjahr von Fritz in die IG Metall. Der Student der Germanistik, Anglistik und Pädagogik hatte damals ins Sanitär-Handwerk gewechselt, mit Bravour seine Ausbildung und später auch die Meisterprüfung bestanden. Früh betätigte er sich als Betriebsrats-Neugründer im Kölner Handwerk sowie der Jugendarbeit der IG Metall. Als "Treiber" seiner persönlichen Entwicklung diagnostizierte das Duo: einen feinen Sinn für soziale Gerechtigkeit, der ihn auch in 33 Jahren als Hauptamtlicher nicht verließ. Fehlen durften natürlich nicht seine lange Zeit in Wuppertal und die zwölf engagierten Jahre im Leitungsteam von Sprockhövel.

Dazu lieferten Jörg und Irene teils unbekannte Fakten: so trinken 14.000 Teilnehmende jährlich immerhin 140.000 Tassen Kaffee (!) und frequentieren meist alle 146 Betten. Dazu kommend: die Gäste BiZ-eigene Angebote und Veranstaltungen, zusätzliche Hotel-Seminare in der umliegenden Region oder direkt vor Ort sowie die kontinuierliche Arbeit an der eigenen Qualität, Methodenvielfalt und neuen Formaten.

Das Schlussfazit des Duos bestand aus einem herzlichen Dankeschön! An das Haus als Ganzes und explizit an Fritz Janitz. Persönlich attestiert wurden ihm mit dieser Präsentation gleich vier wichtige Qualitäten: als "Brückenbauer, Innovator, Netzwerker und Team-Player".

Nicht vergessen: Arbeitszeit ist Lebenszeit!

Der Präsentation folgte umgehend der "beteiligungsorientierte" Teil: Ein digitales Quiz mit Abstimmungsmöglichkeit per Smartphone und Gewinn-Option, frisch moderiert von Marcello Sessini. Und gleich darauf eine offene Talk-Runde  mit Fritz und Knut, Brigitte und Richard.Dabei plauderte Knut Giesler nicht nur amüsiert über die Erfahrungen von Fritz als privater Hühnerzüchter in Zeiten von Massentierhaltung und Vogelgrippe sondern auch über gemeinsame Erlebnisse und Begebenheiten aus dem Gewerkschaftsalltag im lange krisengebeutelten Wuppertal.

Interessant, die Frage von Richard an Fritz, wie es eigentlich – und das lange bevor sich die SPD mit dem Thema einer gemischtgeschlechtlichen Doppelspitze beschäftigt hat – zum ersten quotierten Leitungsteam des Bildungszentrums kam. Seine differenzierte und positive Antwort zur Zusammenarbeit mit Brigitte Kurzer war ein schönes Beispiel für gelebte Teamarbeit.

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Bilderstrecke: Stimmen aus dem Publikum – 5 Fotos

Moderiert, diesmal von Brigitte Kurzer zusammen mit Richard, kamen anschließend viele Stimmen aus dem Publikum zu Wort:

  • Die Erfahrungsberichte von Henry Adams, früher Mitglied in der Kölner Jugendgruppe als aktiver Jugendvertreter bei F & G und heute BRV in Düsseldorf-Neuss und dem spanischen Kollege Manolo. Beide hatten übrigens selbst Geburtstag – und kamen dennoch und gerne zu unserer Veranstaltung.

  • Die Wünsche an und für Fritz, aus dem Blickwinkel von Partnerin und Tochter. Neugiering sind alle Familienmitglieder darauf, wie seine künftige Lebensgestaltung aussieht.

  • Der Kollege Hassan Shoukat, der 2015 als Flüchtling nach Sprockhövel geriet und derzeit erfolgreich sein zweites Ausbildungsjahr im BiZ als Koch abschließt.

  • Das schöne Lob an Fritz von der ehemaligen Betriebsrätin Erika Zaun-Cross: "Fritz ist ein Gewerkschafter und Mensch, der sich gut darauf versteht, Entwicklung zuzulassen und eigenen Ideen, den nötigen Raum zu geben!"

  • Der Dialog zum Generationswechsel - mit Sarah Hammes aus unserem Jugendschwerpunkt sowie Tina Flügge, die nach rund 41 Jahren im Bildungszentrum, in ganz vielfältigen Funktionen, nun zufällig genau am 12. Juli ihren letzten Arbeitstag hatte. 

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Bilderstrecke: Viele Gratulanten – 6 Fotos

"Etwas Besseres als die IG Metall, das findest Du bestimmt (nicht) überall!"

Mit dem abgewandelten Motto der Bremer Stadtmusikanten, vorgetragen als vierhändiges Handpuppenspiel durch Claudia Hartwich und Werner Neumann, endete der offizielle Teil der Veranstaltung. Ein gehaltvoller Dialog (Fritz hat das lesenswerte Orginalmanuskript) zwischen Esel, Hund, Katz und Hahn zu möglichen Perspektiven des sogenannten Unruhestands. Für Fritz bleibt der 30. November 2019 sein letzter Arbeitstag. Oder etwa doch nicht? Einmal Metaller, immer Metaller!

* Als kleines "Souvenir zum Fest" liefern wir ein Flickr-Album und gleich drei News jeweils vollgepackt mit üppigen Foto-Impressionen von Thomas Range und Manfred Scherbaum. Nutzt die folgenden Links:

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