Gelebte Vielfalt in unseren Betrieben

Studie: Das macht die IG Metall stark

21.03.2017 | Wie gut sind Migrantinnen und Migranten in der Arbeitswelt und in der Gewerkschaft integriert? Die IG Metall hat - als erste Großorganisation in Deutschland - die Situation ihrer Mitglieder mit Migrationshintergrund erforscht. Die Ergebnisse der Studie zeigen: Kolleginnen und Kollegen mit ausländischen Wurzeln sind überdurchschnittlich stark engagiert. Betriebe und IG Metall profitieren sehr von dieser Vielfalt in den Belegschaften. Die gute Nachricht - heute am »Internationalen Tag gegen Rassismus:

Die IG Metall ist die größte Migrantenorganisation in Deutschland
Rund 500 000 Mitglieder haben einen Migrationshintergrund - in der IG Metall spiegelt sich, dass Deutschland eine gewachsene Einwanderergesellschaft ist. In den Betrieben hat fast eine Person von Vieren ausländische Wurzeln: 24,4 Prozent genau. Viele von ihnen sind sehr aktiv: als Betriebsräte, Vertrauensleute, Jugend- und Auszubildendenvertretungen, Schwerbehindertenvertretungen sowie bei der IG Metall vor Ort.

IGMigration überdurchschnittlich stark engagiert
Das zeigt die lesenswerte Studie des Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung an der Humboldt-Universität in Berlin. 32 Prozent der Betriebsräte mit IG Metall-Mitgliedsbuch, 11 Prozent der Betriebsratsvorsitzenden und 28 Prozent ihrer Stellvertreter haben einen Migrationshintergrund. In der IG Metall sind sogar weit mehr engagiert als ihrem Anteil an den Beschäftigten entspricht: Mitglieder mit ausländischen Wurzeln stellen 37 Prozent der Vertrauensleute und 33 Prozent der Vertrauenskörperleitungen.



Gewerkschaft bietet Raum für gleichberechtigte Zusammenarbeit
Die Kolleginnen und Kollegen leisten damit einen großen Beitrag für gute und faire Arbeitsbedingungen", stellt Vanessa Barth fest. Sie leitet den Bereich Zielgruppenarbeit und Gleichstellung beim IG Metall-Vorstand. "Und die IG Metall weiß ihr Engagement zu schätzen." Für Barth belegt die Studie, dass Arbeit eine Schlüsselrolle bei der Integration von Einwanderern spielt. Ihr Fazit: "Die IG Metall sowie die Mitbestimmungs- und Beteiligungsrechte im Betriebsverfassungsgesetz bieten den Raum für gleichberechtigte Zusammenarbeit". Wie wichtig Toleranz und Akzeptanz, friedlicher Umgang, direkter Kontakt, wechselseitiges Interesse und Dialogbereitschaft für dieses Zusammenleben sind, das wissen viele Metallerinnen und Metaller aus eigener Erfahrung zu schätzen.

Kompetent bei Einwanderungs- und Integrationsfragen
Mit fast einer halben Million, teils sehr engagierten Mitgliedern mit Migrationshintergrund sieht sich die IG Metall deshalb auch als kompetente Ansprechpartner/in für politische Entscheidungsträger bei Einwanderungs- und Integrationsfragen. Zu den politischen Forderungen der IG Metall gehört »ein Einwanderungsgesetz und der Erhalt der doppelten Staatsbürgerschaft genauso wie der Vorschlag und die zügige Umsetzung eines »Integrationsjahrs für Flüchtlinge. Stark macht sich unsere Gewerkschaft auch dafür, die im Ausland erworbene schulischen und beruflichen Abschlüsse anzuerkennen. Ein Ergebnis der Studie zeigt, Migrantinnen und Migranten haben öfter mittlere Reife oder Abitur und zusätzlich einen erlernten Beruf als Deutsche ohne Migrationshintergrund. Allerdings: 40 Prozent bekamen ihre ausländischen Abschlüsse hierzulande nicht anerkannt. Im Gegenteil: Beschäftigte mit Migrationshintergrund arbeiten häufiger als Deutsche unterhalb ihrer Qualifikation und sind als Leiharbeitnehmer oder auf Werkvertragsbasis beschäftigt. Es bleibt also noch Vieles zu tun...

Gleichberechtigung gehört zum Markenzeichen der IG Metall
Das ist festgeschrieben in unserer »Satzung. Darin unterstreicht die IG Metall, dass sie die Gleichstellung aller Menschen "in Betrieb, Gesellschaft und Gewerkschaft aktiv fördert, unabhängig von ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexueller Orientierung ". Ein Anspruch an dem wir auch das eigene Handeln immer wieder neu messen sollten. Nicht Nationalismus, Hass- und Angstparolen, Gewalt oder Ausgrenzung sondern "Solidarität ist unser Weg zu einer gerechteren Gesellschaft" *).


*) Dazu ein Lesetipp: Solidarität ist keine humanitäre Angelegenheit, sondern ein politisches Konzept. Diese These vertritt die Publizistin und Autorin Mely Kiyak. Bei der bundesweiten Migrationskonferenz der IG Metall – hier bei uns im Bildungszentrum Sprockhövel in 2016 – hat Kiyak sich mit der Solidarität, verstanden als ein immer noch sehr zeitgemäßes Grundprinzip der Gewerkschaftsbewegung, auseinandergesetzt. Der Vortrag hat das Publikum sehr bewegt und liegt als Broschüre vor (»hier als PDF zum Download). Eine kritisch-kluge Lektüre für Menschen mit und auch ohne eigenen Migrationshintergrund ;-)).


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