Hilferuf von Pro Asyl

Ein „Brandbrief“ zur Lage auf Lesbos nach dem Feuer in Moria


11.09.2020 | Hiermit veröffentlichen wir einen aktuellen Newsletter des Vorstands von Pro Asyl zur Lage nach dem Brand in Moria auf Lesbos im Originaltext. Der Brief ist die dringende Bitte, auch an uns, um schnelle und konkrete Hilfe, Unterstützung und Spenden sowie den politischen Willen zum Handeln. Jetzt!

Liebe Freundinnen und Freunde,

die Nachrichten aus Lesbos sind schockierend, sie machen uns wütend und fassungslos. Durch den Brand in der Nacht auf Mittwoch sind weite Teile des Elendslagers Moria zerstört. Viele Menschen haben ihre wenigen Habseligkeiten verloren und nun auch kein Dach mehr über dem Kopf. Es ist keine Frage: Verantwortlich dafür sind die in Europa politisch Handelnden.

Das Camp war schon lange hoffnungslos überfüllt, die Bedingungen katastrophal – die Hilferufe der notleidenden Menschen wurden bewusst überhört. Es war nur eine Frage der Zeit, bis Corona auch das Lager erreicht – alle Warnungen wurden ignoriert. In Deutschland haben hunderte Kommunen und verschiedene Bundesländer ihre Aufnahmebereitschaft erklärt – das wurde von Bundesinnenminister Seehofer brüsk abgelehnt. Stets war von der angestrebten »gesamteuropäischen Lösung« die Rede. Seit Monaten, ja seit Jahren. Gekommen ist sie nie.
 

Wir sind vor Ort an der Seite der Menschen!

Unsere griechischen Kolleg*innen von »Refugee Support Aegean« (RSA) sind natürlich auch in dieser Situation vor Ort und tun ihr menschenmöglichstes, um den Geflüchteten im aktuellen Chaos zur Seite zu stehen. Hier gibt es einen ausführlichen Text zur Situation auf Lesbos.

Aktuell versucht unser Team in Lesbos unermüdlich und rund um die Uhr unmittelbare humanitäre und juristische Unterstützung sicher zu stellen. Zeitgleich bereitet unser juristisches Team in Lesbos und Athen auch rechtliche Schritte vor, um durch Eilverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (»Rule 39«), besonders gefährdete Geflüchtete (Kranke, Folteropfer, Familien mit Kindern) endlich in Sicherheit zu bringen.

Auch unsere politischen Forderungen sind klar:

  • Für Katastrophen gibt es einen europäischen Notfallmechanismus. Er muss sofort aktiviert und die Menschen in Sicherheit gebracht werden.
  • Deutschland und andere EU-Staaten müssen die Geflüchteten aufnehmen.
  • Die Pläne zu Haftlagern und Asylverfahren an der europäischen Außengrenze gehören sofort in den Papierkorb.
  • Europa braucht unter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft einen Paradigmenwechsel. Hin zu menschenrechtsbasierter Politik. Jetzt!

Für jede Unterstützung unserer Arbeit sind wir & unser Team in Griechenland sehr dankbar. Gerade in diesen Zeiten!

Karl Kopp & Günter Burkhardt
Vorstand der Stiftung PRO ASYL

Bildquelle Teaserbild: Pro Asyl/Moutafis


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