IG Metall vom Betrieb aus denken

Gestartet: die erste projektbegleitende Qualifizierungsreihe


03.07.2020 | Im Juni startete das 1. Modul unserer ersten „Zukunftsreihe“ zur Begleitung eines für die gesamte IG Metall zentralen Projekts „IG Metall: Vom Betrieb aus denken“. Mit dem dreitägigen Zusammentreffen der Beteiligten aus drei NRW-Geschäftsstellen – Arnsberg, Siegen und Stolberg – nahmen wir Fahrt auf. Weitere Zukunftsreihen starten ab Sommer/Herbst in Sprockhövel sowie allen anderen IG Metall Bildungszentren. Thematischer Fokus dieser 1. Zukunftsreihe: die Vertrauensleute-Arbeit.

IG Metall: Vom Betrieb aus denken

Zum Projekthintergrund: Die aktuellen Veränderungen in den Betrieben erfordern von uns als IG Metall immer öfter, dass wir uns positionieren und rasch handeln. Es geht um nichts weniger als den Ausbau von Kompetenz und Konfliktfähigkeit, wenn wir erreichen wollen, dass der technische Fortschritt auch zum sozialen Fortschritt wird. Deshalb überlegen wir, wie wir als IG Metall auch unsere eigene Arbeit verändern müssen, damit wir die Transformation kompetent, beteiligungsorientiert und konfliktfähig gestalten können.

Die zentralen Fragestellungen:

  • Was bewegt die Menschen im Betrieb besonders?
  • Welche Lösungen schlagen sie für die neue Arbeitswelt vor?
  • Was macht die IG Metall auch künftig interessant?
  • Wie machen wir die IG Metall durchsetzungsstark?
  • Was motiviert Menschen zu eigenem Engagement?

Diese und andere Fragen stellt sich das Projekt „IG Metall: Vom Betrieb aus denken“, das auch von der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit systematisch begleitet wird. Ein wichtiger Bestandteil ist die Qualifizierung und Begleitung der sogenannten Veränderungspromotor*innen:  rund 1.000 haupt- und ehrenamtliche Metaller*innen machen sich auf, um als tragenden Akteure die nötigen Veränderungsprozesse mit guten Ideen anzustoßen.

Projektbegleitende Qualifizierung in jeweils 4 Modulen

Dazu Richard Rohnert, Leiter im BiZ Sprockhövel: „Die praktische Arbeit der Veränderungspromotor*ìnnen ist entscheidend für den Erfolg des Gesamtprojekts. In einem klar definierten Zeitraum von ca. 20 Wochen werden sie deshalb durch unsere Zukunftsreihen unterstützt. In jeweils 4 Modulen gibt es viel Austausch und Impulse, fachliche und methodische Kompetenzen. Die Erkenntnisse und Vorschläge aus den Einzelprojekten werden vor Ort begleitet und gemeinsam bilanziert. Sie fließen in die kontinuierliche Arbeit der jeweiligen Geschäftsstellen ein und werden die IG Metall als Ganzes weiter und positiv verändern.“

Im Fokus der 1. Zukunftsreihe:
Die Verbesserung unserer Vertrauensleute und ihrer Arbeit

An die Arbeit machten sich die Projekt-Beteiligten aus drei Geschäftsstellen in NRW: Arnsberg, Siegen und Stolberg. Nach einem Kick-off via Zoom war es vorab  – und trotz Corona – bereits gelungen, einen ersten Austausch zu organisieren. Nun saß man –  auf Abstand natürlich, doch endlich wieder „leibhaftig“ – im großen Saal von Sprockhövel vor aufgeklappten Tabletts.  Bei der Reihe gleich mit im Test: das Kennenlernen und die praktische Anwendung „agiler“ Arbeits- und Lernmethoden sowie eine bessere Vernetzung mit Hilfe digitaler Möglichkeiten.

Das gemeinsam gesetzte Thema:
zeitgemäße Wege zur Stärkung und Aufwertung der örtlichen Vertrauensleute-Arbeit

Aus Sicht der Gewerkschaften war und ist eine funktionierende Vertrauensleute-Arbeit das Fundament für erfolgreiche Tarifpolitik und die eigentliche „Herzkammer“ für gute betriebliche Verankerung und echte Mobilisierungsfähigkeit – auch und grade im Konfliktfall.

Vertrauensleute sind aktive IG Metall-Mitglieder im Betrieb:

  • sie werden nur von den Mitgliedern der IG Metall in ihrem Arbeitsbereich gewählt, sind direkte und unverzichtbare Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der IG Metall, setzten sich ehrenamtlich für und mit Kolleg*innen für gemeinsame Interessen ein, kennen die Probleme und Wünsche ihrer Kolleginnen und Kollegen am Arbeitsplatz, geben sie weiter an den Betriebsrat und die IG Metall – und bleiben dran.

Gute Vertrauensleute wissen, warum sie sich für und mit der IG Metall engagieren: Wer sich für gemeinsame Interessen im Betrieb – ehrenamtlich – engagiert,

  • braucht Wissen und Werte, Selbstbewusstsein und Sensibilität, Mut und Motivation, möchte nicht als „verlängerter Arm“ des Betriebsrates behandelt werden, will Lösungen und auch ureigene Ideen voranbringen – und seine Gewerkschaft im Rücken wissen. Sollte bei Aktionen der IG Metall – und zwar vorab bitte – gefragt, gehört und beteiligt werden, will  praktisch erfahren, welche Vorzüge und Chancen dieses Engagement bietet.

„Hand aufs Herz! Da ist doch noch Musik drin!“

Um dies zu ermöglichen, gilt es so manches Neue auszuprobieren! Grade die derzeitigen Neuwahlen von Vertrauensleuten bieten dazu eine gute Gelegenheit! Natürlich gibt es überall Betriebe, in denen die IG Metall über eine gute VK-Arbeit bestens verankert ist. Mit Blick auf viele Unternehmen, wichtige Beschäftigtengruppen und ganze Branchen gilt es allerdings, die Angebote und unsere VK-Arbeit bedeutend interessanter zu machen.

Genau hier sollen und wollen unsere „Veränderungspromotor*innen“ mit sehr konkreten Projekt-Ideen ansetzen. Die formulierten Zielsetzungen:

  • Engagierte Vertrauensleute neu gewinnen, anders beteiligen und qualifizieren, ihre wertvolle Arbeit für alle (!) sichtbarer und attraktiver machen, inhaltlich spannende und „kollegiale“ Netzwerke auf- und weiter ausbauen, zeitgemäße und vernetzende Kommunikationsformen einführen, heiß umstrittene Themen auch mal anders bespielen und neue Bündnisse stiften. Mehr Dialog zwischen Mitgliedern und IG Metall über motivierte VL´s stärken, Organisationsgrad und Zusammenhalt in der IG Metall stärken und beleben.

Man darf gespannt sein auf die Erfahrungen und Ergebnisse! Woran sich eine positive Resonanz für die geplanten Projektideen am Ende diesen Jahres gut messen lässt, formulierte Carmen Schwarz, IG Metall Geschäftsführerin in Arnsberg knapp und bündig: „Ob wir neuen Rückhalt finden, merken wir am besten daran, wenn die Leute selbst verstärkt und ganz von sich aus nachfragen. Sprich, einfach mit dabei sein wollen!“

IG Metall – Vom Betrieb aus denken: Mehr zu dem Projekt erfahrt Ihr im Extranet

Interessant & aktuell ist auch das Interview mit dem begleitendem Forschungsteam vom SOFI Göttingen zu einer aktuell gestarteten Studie zu Selbstbild und Motivation von aktiven Metaller*innen (im IG Metall Extranet) unter dem Titel "Gesellschaftsbilder von Betriebsrätinnen, Betriebsräten und Vertrauensleuten der IG Metall"


Vorschau

Bilderstrecke: Erste Zukunftsreihe Sprockhövel / IG Metall - vom Betrieb aus denken – 20 Fotos

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