8. März - Keine halben Sachen

Denn: Gleichstellung ist ganze Arbeit!

08.03.2017 | Den Internationalen Frauentag feierten wir wieder gemeinsam mit der IG Metall Gevelsberg-Hattingen im großen Saal des Bildungszentrums. Das Motto 2017: "Keine halben Sachen - Gleichstellung ist ganze Arbeit."

Der durchaus politische Abend war bunt, ideenreich und in liebevoller Eigenregie vorbereitet. Im Mittelpunkt: Klare frauenpolitische Statements von Clarissa Bader, Bevollmächtigte der IG Metall Gevelsberg-Hattingen und Vanessa Barth, Bereichsleiterin Zielgruppenarbeit & Gleichstellung im IG Metall Vorstand. Und: das neuste Revue-Programm des Essener Frauen-Chors "Chorale Feminale" unter dem Titel "Frisch geföhnt!". Die Bühne und das Publikum wurden eingerahmt von verlockenden Informations- und Bücherständen, dem Eine-Welt-Laden "El Camino" und einem Stand mit Selbstgemachtem, kreativ erdacht und gemacht von Simone Mette, einer Kollegin im Bildungszentrum Sprockhövel.



Bild: Thomas Range/gfp

"Freiheiten kommen nicht von selbst!"
Ob Entgelt, Frauenquote in Aufsichtsräten oder Vereinbarkeit, die Wirklichkeit von Frauen birgt noch viele Aufgaben. Denn Gleichstellung und (Geschlechter-)Vielfalt sieht anders aus! Von den "Trumps" dieser Welt und dem Frauenbild der AfD einmal ganz abgesehen. Vanessa Barths zeitgemäße Rede hielt dagegen: Von ihrem noch frischen Aufenthalt in den USA berichtete sie Positives über "den ermutigenden Widerstand beim »Women´s March" und die gerade bei den Frauen massiv stattfindende Politisierung ("Make America nice again!"), die sich derzeit millionenfach für Frauen- und Menschrechte engagieren.

"Die kollektive Intelligenz wächst mit dem Frauenanteil"
Gekonnt spannte sie fortführend den Bogen zur Lage der Frauen hierzulande. Ihr Fokus: die Themen mobile Arbeit und Digitalisierung. Mit Blick auf die Gefahren (Automatisierung, Wegrationalisierung, Outsourcing gerade von Frauenarbeitsplätzen) sowie auch und gerade die positiven Chancen dieser Entwicklung appellierte Barth in ihrer Rede entschieden dafür
, dass wir die "Architektur dieser modernen Arbeitswelt nicht den Männern überlassen sollten". Nicht nur die IG Metall oder Betriebsratsgremien sieht sie hier in der Verantwortung; die Mitarbeiterinnen selbst müssen nachfragen, Forderungen formulieren, gute Ideen entwickelnen, Anspruch auf Führungspositionen stellen und Tempo für die eigene Sache machen wollen. 

"Noch ist nicht aller (Wahl-)Tage Abend..."
Wie wichtig dafür die gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen sind, steht außer Zweifel. Die IG Metall steht hier für Vielfalt, Gerechtigkeit und Demokratie. Barth stellte dazu in ihre Rede klar: "Mit dem Weltbild und den Rollenbildern der AfD kommen wir in Zukunftsfragen nicht weiter. Mit der AfD landen wir - nicht in den 50er - sondern in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts." Ihr Plädoyer an alle Frauen: "Erst seit knapp 100 Jahren haben wir Frauen das Wahlrecht; machen wir jetzt ernsthaften Gebrauch davon!"

Schon "Frisch gefönt" für "haarige Zeiten"?
Kein Haar auf dem anderen blieb anschließend in der musikalischen Revue  "Frisch gefönt" des
Frauen-Chor "Chorale Feminale" aus Essen. Im Friseursalon "Silvia" wurde darin munter gegen den Strich gebürstet und uns allen gemeinsam der Kopf gewaschen.
 Ein facettenreiches Programm, in dem alte Zöpfe abgeschnitten werden, Neues kreiert wird, dass die Haare zu Berge stehen lässt und bei dem - trotz Föhn - kein Auge trocken bleibt. Gerne ließ sich das Publikum des Abends von dem Essener Frauen musikalisch "kräftig einseifen, ohne Netz und doppelte Spülung, ohne Toupet oder Haarteile!" Eine sehenswerte Performance mit dem (Frauen-)Fazit: Sei Dir selbst Deine eigene Traumfrau: Frech. Fröhlich. Selbstbewusst.

Keine halben Sachen also!

http://www.gleichstellung-ist-ganze-arbeit.de


Vorschau

Bilderstrecke: Bilder: Thomas Range/gfp

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