Europawahl in Sicht

Jörg Hofmann zu Gast auf Grünem Europa-Parteitag


21.11.2018 | Auf ihrer Bundesdelegiertenkonferenz in Leipzig diskutierten und beschlossen Bündnis 90/Die Grünen ihr Wahlprogramm zur Europawahl 2019. Am Abend des ersten Tages war der erste Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann, zu einer Gastrede geladen. Er betonte, wie zentral die Europäische Union für sozialen und ökologischen Fortschritt auch aus gewerkschaftlicher Sicht heute ist.

Jörg Hofmanns Rede wurde von den Delegierten freundlich und nachdenklich aufgenommen. Die EU könne im Interesse der Beschäftigten viel bewirken, etwa in der Außenhandelspolitik. Hofmann kritisierte aber unter anderem die Sparpolitik der vergangenen Jahre, eine Flut prekärer Jobs und die abnehmende Tarifbindung. Er forderte ein anderes Europa, eines, in dem Arbeitnehmerrechte eine zentrale Rolle spielen und die Mitbestimmung das "Grundmodell des Miteinanders" in der Wirtschaft darstelle. Europa müsse noch viel mehr für fairen Handel und gegen Jugendarbeitslosigkeit sowie Standard-Dumping bei Arbeit, Klima und Umwelt tun.


"Ökologische Transformation gerecht & sozial gestalten."
Jörg Hofmann schilderte den grünen Delegierten in seiner Gastrede eindringlich die Herausforderungen der ökologischen Transformation für die Beschäftigten in den Betrieben. Die IG Metall stehe klar zum Pariser Klimaabkommen. Die Dekarbonisierung der Industrie sei aber eine große und sehr komplexe Herausforderung für viele Branchen der IG Metall, insbesondere im Bereich der Mobilitäts- und Verkehrswende. Die Europäische Union setze die klimapolitischen Rahmenbedingungen für die Industrie. Jörg Hofmann appellierte an die grünen Delegierten, dabei verantwortungsvoll vorzugehen und alle wirtschafts- und beschäftigungspolitischen Auswirkungen im Blick zu behalten. Allein der Umstieg auf die E-Mobilität koste bis zu Hunderttausend Jobs in Deutschland.

"Für neue Wege und gute Lösungen: Europa. Unser Job!"
"Trotzdem ist die IG Metall dafür, diesen Strukturwandel voranzubringen," sagte er, "aber dann brauchen wir Unterstützung, wenn es darum geht: Wie sieht es mit Ersatzarbeitsplätzen aus, wie begleiten wir die Menschen von heute in eine Arbeit, eine Tätigkeit von morgen? Wer diese Fragen nicht beantwortet, der versündigt sich letztlich auch am Klima." Der IG Metall-Chef rief zu einem "Miteinander in dieser Frage" auf. "Wir können es uns nicht leisten, die Menschen gegen den Klimaschutz aufzubringen." Die IG Metall sei zu diesem notwendigen Diskurs bereit. Er schloss mit einem klaren Appell gegen Hass, Hetze und Ausgrenzung in den Betrieben und gegen den Versuch der Rechtspopulisten, die Umweltfrage für sich auszunutzen.

(Quelle: IGM/Berlin aktuell 15.11.2018; mehr siehe IGM-Intranet für Mitglieder)

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Weitere Infos siehe Bildungsprogramme 2019

 

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