Jugendbildungskongress 2019

Transformation: "Der Ball liegt jetzt klar bei uns im Feld!"


14.06.2019 | Mit diesem Ansporn rief Irene Schulz – auch zum Auftakt des diesjährigen Jugendbildungskongresses – streitbar zur Offensive in Sachen Transformation auf. Die Bildungungsarbeit der IG Metall sieht sie dabei vor großen Aufgaben, allerdings konzeptionell – und mit immerhin rund 100.000 Seminar-Teilnehmenden allein im vergangenen Jahr – recht gut aufgestellt.

Ihr ausdrückliches Lob galt deshalb vorab auch der guten Kooperation im Jugendschwerpunkt sowie den vielen Ehrenamtler*innen in der regionalen Jugendbildung: "Wer auf einem guten Jugendseminar war, spürt, fühlt und erlebt die IG Metall. Für diese wichtige Arbeit will ich mich bei Euch allen ganz herzlich bedanken."

Ein klares Bekenntnis der IG Metall zum Klimaschutz

Als für die Bildungsarbeit zuständiges IG Metall Vorstandsmitglied eröffnete Irene Schulz ihre inhaltliche Rede anschließend mit einem klaren Bekenntnis der IG Metall zum Klimaschutz: "Will man allerdings ambitionierte Klimaziele schnell erreichen, dann wird für uns alle die Rampe sehr viel steiler - auch und gerade in der Automobil- und Zuliefererindustrie". Kein Wunder: Für die zu reduzierenden Schadstoffmengen ist mindestens zu einem Viertel der motorisierte Verkehr verantwortlich: davon zu rund 60 % der individuelle Autoverkehr.

Und: Nicht nur in dieser Frage gilt es, sich eindeutig zu positionieren. Es bedarf der vielen guten Lösungen:

  • Bauen wir die Produkte der Zukunft - oder Arbeitsplätze ab?
  • Wie lässt sich sozial-ökologischer Wandel aktiv gestalten?
  • Welche Transformation braucht eine gute Arbeitswelt?
  • Was macht Arbeit zukunftsfähig, fair und selbstbestimmt?
  • Welche Impulse brauchen Aus- und Weiterbildung?
  • Wie sichern wir einen Sozialstaat, der niemanden im Stich lässt?
  • Was tun gegen strukturelle Ungleichheit?
  • Was macht eine positive Veränderungen möglich?
  • Wie nehmen wir als Metaller*innen politisch mehr Einfluss?


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Bilderstrecke: Impressionen (Quelle: Thomas Range/gfp) – 14 Fotos

"Es muss eine radikale Aufwertung der Bildung geben!"

Für Irene Schulz ist grade die politische Bildung ein wichtiger Hebel: "Machen wir uns nichts vor. Wollen wir nicht die Getriebenen sondern Treiber*innen der Entwicklung sein, gilt es jetzt in Bewegung zu kommen und dabei durchaus mit hartem Widerspruch und Konflikten zu rechnen!"

Die Herausforderungen:

  • Es geht um andere Formen der Produktion, neue Konsumgewohnheiten und qualitatives Wachstum, das Sinn macht. Darum, das Soziale mit dem Ökologischen zu verbinden.
  • Es geht um intelligente Energie-, Wohn- und Verkehrskonzepte in Stadt und Land. Die Erfindung und Ausgestaltung ganz neuer Wertschöpfungsketten und Dienstleistungen. 

  • Um ganzheitliche Lösungen, die durchdacht und finanzierbar sind.

  • Es geht um ein klares Bekenntnis zu mehr Demokratie und einen "Solidaritätsbegriff, der nicht an Betriebs-, Branchen oder Nationalstaatsgrenzen endet.

  • Es geht neuen gesellschaftlichen Konsens und Zukunftsfähigkeit. Um konkrete Ziele sowie auch die Gewinnung von Zeit zur Gestaltung von Übergängen.

  • Um das Zugeständnis von Bildungszeit und Bildungsräumen.

Dabei geht es natürlichum Kräfteverhältnisse, Macht und Machtressourcen – auch al IG Metall und internationale Gewerkschaftsbewegung. Also: Mitbestimmung, Tarifbindung und motivierte Mitglieder, die sich gehört, gefragt und einbezogen fühlen.

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Bilderstrecke: Quelle: Thomas Range/gfp – 15 Fotos

"Gute Bildung begleitet, unterstützt - und denkt vor."

Diesem Anspruch stellt sich unsere Bildungsarbeit als IG Metall! Nach einem harten Beritt, quer zu strategischen Ansätzen sowie Themen und Tools (Stichwort: Transformationsatlas), endete Irene Schulz mit einem Oskar Negt-Zitat: "Ich glaube, dass (politische) Bildung unter unseren Verhältnissen deshalb eine existenzielle Notwendigkeit ist, weil Demokratie die einzige Staatsform ist, die gelernt werden muss!"

"Politik darf nicht weiter Schlafwandeln!" 

  • Dass Mobilität und Klimaschutz kein Widerspruch sein müssen und Alternativen nur im Schulterschluss mit Zivilgesellschaft gehen, untermauerte die folgende Debatte im Plenum sowie ein produktives Podiumsgespräch zwischen BUND (Jens Hilgenberger) und IG Metall (Frank Iwer) .

  • Dass gerade junge Leute derzeit die "Tempomacher" einer entsprechenden Entwicklung sind und sie den "Alten" viele kritische Fragen zu Recht stellen, zeigte sich in der angeregten Debatte im Plenum sowie vier interessanten Themen-Workshops.

  • Prima, die aufrüttelnde Diskussion am Sonntag mit Michael Schmitzer, Leiter des Ressorts Junge IG Metall beim IG Metall Vorstand in Frankfurt. Auch über die Frage, welche Konflikte gehören unter die Lupe und was braucht es eigentlich für gute Seminare oder die Ausbildung der Zukunft?

Sein dringendes Plädoyer: " Wenn wir als Gewerkschaften anschlussfähig bleiben wollen, ob mit den realen Entwicklungen insgesamt oder den Schüler*innen von Friday for Future, müssen wir uns spätestens jetzt von der E-Illusion - alles kann bleiben, wie es jetzt ist - verabschieden."

Zur Information: Der Jugendbildungskongress ist eine gemeinsame Veranstaltung des Funktionsbereiches Gewerkschaftliche Bildungsarbeit beim Vorstand der IG Metall und dem Jugendschwerpunkt der Bildungszentren Schliersee und Sprockhövel. Eingeladen sind einmal jährlich die ehrenamtlichen Referent*innen der Jugendbildungsarbeit in der IG Metall. Für den Terminkalender: Der nächste JuBiKon trifft sich vom 08. bis 10. Mai 2020 - übrigens wieder in Sprockhövel.

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