Jugendbildungskongress 2016

Kapitalismusanalyse & praktische Solidarität

28.07.2016 | Ehrenamtliche Jugendbildungsreferenten der IG Metall aus der gesamten Republik trafen sich in Sprockhövel zum Jugendbildungskongress. Erfreuliches zeigte sich am Rande der Veranstaltung. Durch eine spontane Spendensammlung kamen rund 340,- Euro zu Gunsten der Flüchtlingshilfe Sprockhövel zusammen. Dies soll als Zeichen gegen Rechtspopulismus und Intoleranz in unserer Gesellschaft verstanden werden! Übergeben wurde die Spende von Dilsoz und Osama, zwei von drei ersten Kollegen, die als Flüchlinge hier bei uns im Bildungszentrum Sprockhövel für sechs Monate ein berufsorientierendes Praktikum absolvieren. Beide sind auch in der Flüchtlngsinitiative Sprockhövel aktiv. Das Geld ermöglicht - laut der anschließenden Pressemitteilung der Flüchtlingsinitiative Sprockhövel - einen weiteren Danke-Schön-Ausflug für ehrenamtliche Helfende unter den Geflüchteten ins Freilichtmuseum in Hagen.
  Hier bei der Übergabe der Spende (von links): Dilsoz Bilal, Osama Al Issa, IGM-Bildungsreferent Kai Buchmann und Miriam Venn von der Flüchtlingshilfe Sprockhövel).

Nachahmung erwünscht:

Die Flüchtlingsinitiative Sprockhövel ist mittlerweile ein fester und unverzichtbarer Kooperationspartner unseres Bidungszentrums, den wir nicht missen möchten. Um so schöner, wenn auch andere Seminare - aus ihrer Diskussion heraus - diese Arbeit unterstützen möchten. Wer in der Region wohnt , st sicherlich auch an dem abonnierbaren Newsletter interessiert, mit dem die Initiative ihre Arbeit transparent macht und zu vielen Gelegenheiten einlädt! Doch zurück zur Konferenz....

Jugendbildungsarbeit hat in der IG Metall schon immer einen sehr großen Stellenwert
Auf dem Jugendbildungskongress war dies deutlich zu erkennen, da sowohl die neue Funktionsbereichsleiterin der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit, Stephanie Laux als auch das für Bildung verantwortliche Vorstandsmitglied, Irene Schulz, die Veranstaltung eröffneten. Neben einem Kurzreferat über die aktuelle Arbeitszeit-Kampagne der IG Metall hob Irene Schulz hervor, wie wichtig die regionale Bildungsarbeit für die IG Metall ist, da sie oft den ersten physischen Kontakt mit der Gewerkschaft herstellt und nicht selten tiefe Spuren im Bewusstsein junger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hinterlässt. Über 40 Kolleginnen und Kollegen verfolgten ihre Worte und nahmen die anschließende Möglichkeit war, Fragen zu stellen und gemeinsam mit ihr in eine Diskussion einzusteigen.

Das Kernthema des Jugendbildungskongress 2016: "Kapitalismusanalyse und -kritik"
Durch langjährige Erfahrung in der Jugendbildungsarbeit, konnte Matthias Ebenau (Ph.D.) vom IG Metall Bildungszentrum Beverungen am Samstagmorgen eine gute Grundlage für den Einstieg ins Thema schaffen. Er referierte zu den aktuellen Ansätzen der Kapitalismusanalyse. Dem folgte ein wissenschaftliches Referat von Dr. Stephan Krüger. Dieser, tätig als Publizist im VSA Verlag, präsentierte mit seinem Vortrag zum Gegenwartskapitalismus auf welcher makroökonomischen Datenlage Kapitalismusanalyse und -kritik in der Wissenschaft betrieben wird und die Schwierigkeiten bei der Darstellung solch komplexer Herangehensweise liegen. Um diese theoretischen Aspekte in die Seminararbeit transferieren und mögliche Anknüpfungspunkte für den Seminaralltag finden zu können, wurden am Nachmittag drei Workshops angeboten. Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit sich mit den Themen: "Kapitalismusanalyse und -kritik in der Grundlagenbildung der IG Metall", "Digitalisierung der Industriearbeit" und "Europa nach der Krise" auseinander zu setzen. Für das kulturellere Programm am Abend, konnte Bernd Köhler und Jan Lindquist von der Band ewo2 gewonnen werden. Die beiden Gitarristen zeigten einen modernen Mix aus klassischen Arbeiterliedern, elektronischen Gitarrensounds und Erzählungen aus der Geschichte der Arbeiterbewegung.

Im Zeichen der Zusammenführung der Erkenntnisse und des Austausches stand der Sonntag.

Nach einem Start in den Tag mit einer gemeinsamen Solidaritätsbekundung an die streikenden Gewerkschafter*innen in Frankreich, wurden die Inhalte der Workshops wiedergegeben. Dabei konnten sich alle Teilnehmenden einen Überblick verschaffen, was in den anderen Workshops thematisiert wurde. Damit diese ganzen theoretischen Inhalte aber nicht fernab unserer regionalen Bildungsarbeit stehen bleiben sollten, folgten ein ausführlicher Erfahrungsaustausch und die Suche nach Möglichkeiten, das Thema unseres Kongresses und unsere Kampagnen weiter voranzubringen.


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