Keine halben Sachen

Denn Gleichstellung ist ganze Arbeit


19.03.2018 | Kein Wunder, dass gerade in diesem Jahr - und das weltweit - der Internationale Frauentag am 8. März erstaunlichen Zulauf hatte. Was die Gleichstellung der Frauen angeht, hat sich einiges verändert. Doch vieles ist noch unvollendet und das, was in Jahrzehnten erreicht wurde, scheint jetzt manchmal sogar bedroht.

8. März 2018 - ein aktiver Weltfrauentag
In Spanien nahmen
anlässlich des Weltfrauentages, nach Angaben der Gewerkschaften, 5,3 Millionen Menschen an einem ersten 'feministischen Streik' teil, den laut einer Meinungsbefragung von "El País" immerhin 82 Prozent (!) aller Spanier*innen für berechtigt hielten: Die teilnehmenden Frauen protestierten dabei nicht nur auf mehr als 120 großen Kundgebungen sondern waren dazu aufgerufen, ihren Arbeitsplätzen fernzubleiben sowie auch daheim die Arbeit niederzulegen. Putzen, Kochen, Kuchenbacken fiel dabei genauso aus wie zum Beispiel gleich mehrere Fernsehsendungen, deren Moderatorinnen nicht zur Arbeit erschienen waren. Die Frauen folgten dem Aufruf - und das mit sehr kreativen Aktionen. Für die Bürgermeisterin von Barcelona Ada Colau war der diesjährige 8. März jedenfalls ein guter und "historischer Tag für die Frauen und die Demokratie".

Vieles muss noch bewegt und verändert werden
Die Themen bei den weltweiten Protesten variierten natürlich. Durchgehend im Fokus: die Gleichstellung von Mann und Frau, equal payment - also gleicher Lohn für gleiche Arbeit, sexuelle Belästigung und Gewalt sowie die #metoo-Debatte. Leider Realität auch hierzulande: Im Deutschen Bundestag ist die politische Repräsentation der Frauen um drastische 6 Prozent gesunken, ohne Quote bewegt sich in den Führungsetagen der Macht (Aufsichträte), derzeit rein gar nichts und d
ie Lohnlücke zwischen den Geschlechtern liegt in Deutschland nach wie vor bei 21 Prozent. Erschreckend: das Armutsrisiko von Frauen stieg in den vergangenen zehn Jahren um etwa 50 Prozent. Nervig: Die Renaissance eines altertümlichen Frauenbildes zeigt nicht nur in der AfD gerade fröhliche Urstände...

Gesichertes immer neu erkämpfen müssen?
Manchmal scheint es gerade so. Doch das ist kein Grund zur Verzweifelung. Da wo Fortschritte durchgesetzt wurden, lässt sich das Rad nicht wirklich zurückdrehen. Eine wache und selbstbewusste Debatte um Genderthemen, übrigens auch in der längst nicht mehr männerdominierten IG Metall sowie die neue Mobilisierungsfähigkeit einer jungen, phantasievollen Frauenbewegung sind mehr als ein Reflex. Mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen zeigten so am 8. März 2018 - und das bundesweit - auch Metaller*innen viel Schwung und Elan. Sie sind und bleiben aktiv am Ball, überall da wo es um die eigene Zukunft und konkrete Gleichstellungsfragen geht.

Den Kampf für Gleichberechtigung fortführen
Im Mittelpunkt unserer eigenen Einstimmungsveranstaltung zum Weltfrauentag
- organisiert vom Bildungszentrum in enger Kooperation mit der IG Metall Gevelsberg-Hattingen - stand diesmal der 100. Jahrestag der Durchsetzung des Frauenwahlrechts in Deutschland. "Gefeiert" wurden nicht nur historische Errrungenschaften sondern auch der erst kürzlich durchgekämpfte Tarifvertrag in der Elektro- und Metallindustrie, in dem auch wichtige und neue Regelungen zur Arbeitszeitreduzierung vereinbart wurden. Dazu Clarissa Bader: "Mit der Durchsetzung des Rückkehrrechts aus 'verkürzter Vollzeit' in Vollbeschäftigung ist es uns gelungen, der Teilzeitfalle insbesondere für Frauen einen ersten Riegel vorzuschieben". Bei der gut besuchten Veranstaltung - hier ein ausführlicher Bericht der Gevelsberger*innen - waren sich alle einig:

"Wer die Besten will, kann auf Frauen nicht verzichten!"
Gute Argumente dazu finden sich >HIER


Vorschau

Bilderstrecke: Veranstaltung im BiZ zum Weltfrauentag (Bildquelle: Barbara Zabka) – 7 Fotos

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