Kleine Flaggenkunde

Das Bildungszentrum hisst die Regenbogenfahne


15.01.2020 | "Pace da tutti i balconi!" (übersetzt: Friede von allen Balkonen) - mit beherztem Ausruf begrüßte Richard Rohnert im Namen des Leitungsteams Sprockhövel den voll besetzten Saal in akzentfreiem Italienisch. Anlass: der traditionelle Auftakt des Bildungsjahrs 2020 mit unserem politischen Neujahrsforums sowie die auf unserem Vorplatz frisch gehisste Regenbogen-Fahne. Dazu betrieb Richard zum Abschluss seiner sehr politisch gehaltenen Eröffnungsrede ein wenig historische Flaggenkunde, die wir Euch hier nicht vorenthalten wollen.

Kleine Flaggenkunde in Sachen Vielfalt

Denn die seit den 1970er-Jahren vielen vor allem als internationales Banner der internationalen schwul-lesbischen Bewegung bekannt gewordene Regenbogenfahne steht für dies und weit mehr - wenn auch die Anzahl der Farben und ihre Anordnungen dabei munter variieren:

  • Bereits in den deutschen Bauernkriegen wurden der Bundschuh und die Regenbogenfahne zum Zeichen einer neuen Zeit, der Hoffnung und Veränderung, zum Symbol für die Sehnsucht nach sozialrevolutionären Veränderungen.

  • 1918 wählte ein armenischer Maler die Regenbogenfarben zur Gestaltung der Flagge für die erste und nur kurze Demokratische Republik Armenien. Und von 1925 bis 2001 verwendete auch die Internationale Allianz der Genossenschaftsbewegung (ICA) weltweit die Regenbogenfahne.

  • Schon die Inkas wählten die Regenbogenfarben für ihre Reich - bis heute sind es die Stadtfarben von Cusco in Peru. Und es war die alte indianische Legende von den "Rainbow-Warriors", die Greenpeace zum Einsatz der Regenbogenfarben als Flagge bewog.

  • Der Regenbogen steht auch für die internationale Friedensbewegung: Die Bandiera della Pace ist seit 1961 das Symbol der italienischen Friedensbewegung, flatterte zum Zeichen des Protests gegen den Irakkrieg im Jahre 2003 von zahlreichen italienischen Häuserwänden und Balkonen (Pace da tutti balcono) und fand so als Anti-Kriegs-Symbol schnell internationale Verbreitung.

  • Das Banner der Lesben- und Schwulenbewegung wurde der Regenbogen in den 70er Jahren. Anders als die Friedensfahne von PACE zeigt es statt sieben nur sechs Farbe und das in umgekehrter Reihenfolge (also mit den Rottönen oben beginnend) – ein Zeichen für Gleichstellung und Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz.

  • An einem öffentlichen Gebäude wurde diese Fahne in Deutschland allerdings erstmals 1996 anlässlich des Christopher Streetdays in Berlin gehisst. Damals eine Provokation, heute Tradition: seit dem Amtsantritt von Wowereit 2001 werden die bunten Fahnen seither jährlich zum CSD am Roten Rathaus gehisst. Und das nicht nur dort!


Sprockhövel: "Pace da tutti i balconi !"

Schön, die Regenbogenfarben nun auch vor unserem Bildungszentrum zwischen den beiden IG Metall-Fahnen im Wind flattert - als Zeichen gegen die zunehmende Verrohung und Abstumpfung in der Gesellschaft, wachsende Ressentiments und soziale Kälte und gegen jede Form von Diskriminierung und Ausgrenzung von vermeintlich anderen. Doch vor allem als ein positives Symbol für Selbstbewusstsein und Engagement.

Denn allen Widrigkeiten und Widerlichkeiten zum Trotz: "Zugleich mobilisieren viele Menschen für Respekt und eine menschliche, solidarische Perspektive, engagieren sich in sozialen Projekten und für ökologische Alternativen, führen Verteilungskämpfe für faire Löhne und soziale Teilhabe, demonstrieren gegen Rechtspopulisten und Neonazis und für ein Leben ohne Angst.", so Richard Rohnert.Mit unserer Bildungsarbeit als IG Metall sind wir ein Teil davon.

Ein meinungsstarkes Neujahrsforum machte dazu 2020 den Auftakt.
Hier mehr dazu unter dem hier rot markierten Link:

Das Thema und Motto der Veranstaltung:
Widerspruch organisieren, Perspektiven eröffnen!
Gegen die Verrohung der Gesellschaft.

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