Dank für Carmen Schwarz

Offensive für mehr Tarifbindung im Handwerk

27.03.2018 | In Sprockhövel tagte vergangene Woche bilanzierend die Tarifkommision NRW für das Handwerk. Sehr herzlich verabschiedet wurde im Rahmen des Treffens die Kollegin Carmen Schwarz, bisher in der Bezirkleitung zuständig für KFZ-Handwerk, Metallhandwerke, Betriebspolitik Handwerk und den Bezirksausschuss Handwerk. Die beliebte und mitreißende Kollegin übernimmt künftig die Geschäftsführung der IG Metall in Arnsberg.
 
Gleichwohl gilt es gerade in Handwerksfragen auch künftig gemeinsam am Ball zu bleiben: Nur 30 Prozent der Handwerker werden nach Tarif bezahlt. Sie bekommen im Schnitt über 20 Prozent weniger Lohn als Beschäftigte in anderen Betrieben. Für die IG Metall ist das untragbar. Sie will mehrere Hebel in Bewegung setzen, damit Handwerker endlich so gut bezahlt werden, wie sie es verdienen.

Nachwuchssorgen im Handwerk
Die Konjunktur brummt. Und damit füllen sich auch die Auftragsbücher im Handwerk. Aber 86 Prozent der Chefs von Handwerksbetrieben klagen über Fachkräftemangel, 49 Prozent sogar über sehr starken. Ralf Kutzner, der im IG Metall-Vorstand fürs Handwerk zuständig ist, wundert das nicht. »Die Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen sind einfach nicht attraktiv genug.« Jugendliche ziehen Ausbildungsplätze in der Industrie vor. Auch zwei Drittel der jungen Fachkräfte im Metall- und Elektrohandwerk wandern in andere Branchen ab.

Weniger Entgelt im Handwerk
Eine neue Studie im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung zur Lohnstruktur im Handwerk zeigt: Hier wird deutlich weniger verdient als in der Gesamtwirtschaft. Im Schnitt sind es 3217 Euro brutto monatlich. In den anderen Wirtschaftsbereichen beträgt das Durchschnittsentgelt 4180 Euro, also fast 1000 Euro mehr. Vor allem Bildung und Aufstieg spiegeln sich im Entgelt nicht angemessen wider. Im Gegenteil: Je qualifizierter die Beschäftigten sind, desto größer wird der Lohnabstand. Auch der Anstieg des Einkommens mit zunehmendem Alter fällt im Handwerk niedriger aus als in anderen Betrieben.


Mehrheit nicht tarifgebunden

Entscheidend: Handwerksfirmen sind seltener tarifgebunden als andere Betriebe - auch das ist ein Grund dafür, dass hier weniger verdient wird als in der Gesamtwirtschaft. Die IG Metall will die Tarifbindung im Handwerk stärken. Dies gilt auch und gerade mit Blick auf die Herausforderungen insachen Handwerk 4.0. Dazu wiederum Kuttner: "Die Herausforderungen der Digitalisierung sind - ohne Tarifbindung und Mitbestimmung - eine reine Rationalisierungsveranstaltung." Gerade in der Beteiligung der Belegschaften an der Diskussion um diese Zukunftsfragen sieht er dagegen eine große Chance - auch und gerade für das Handwerk.


 

Hier noch ein Lese-Tipp: Das große Ding: Handwerk 4.0
Wie Betriebe und Beschäftigte erfolgreich sden digitalen Wandel meistern

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