Praxistipp

Tarifergebnis und BR-Wahl zur Mitglieder-Werbung nutzen


19.03.2018 | Das Metall-Tarifergebnis ist da. Jetzt angesagt: Erklären, werben und umsetzen! Denn das Tarifergebnis für die Metall- und Elektroindustrie kommt bei den Beschäftigten gut an. Betriebsräte und Vertrauensleute nutzen deshalb jetzt das Gespräch, um neue Kolleginnen und Kollegen für die IG Metall zu begeistern.

Die Beschäftigten sind hochzufrieden mit dem Ergebnis. Das berichten Vertrauensleute und Betriebsräte aus vielen Betrieben. Nun geht es darum, die Belegschaft weiter darüber zu informieren, Mitglieder damit zu gewinnen und das Ergebnis im Betrieb umzusetzen. Hier greifen unsere Bildungsarbeit, die Aktivitäten der Bezirke und Geschäftsstellen und - entscheidend - das direkte und kollegiale Gespräch im Betrieb im rechten Moment. Der Tarifabschluss und die aktuellen Betriebsratswahlen sind dazu ein bestens geeigneter Rahmen.

Jetzt Mitglieder gewinnen
Mit dem positiven Tarifergebnis lassen sich interessierte Beschäftigte für die IG Metall zu gewinnen. Anfang April unterstützt dies eine gezielte Aktion der IG Metall: Als Verteimaterial gibt es dazu eine »Entgeltabrechnung« zur Tariferhöhung von 4,3 Prozent sowie Schaummäuse mit der Aufschrift: »ab April mehr Mäuse«. Für die Anregung entsprechender Mitgliederwerbegespräche eignen sich auch ein Werbeflyer und eine Verzichtserklärung für Nichtmitglieder. Denn: Einen Rechtsanspruch auf den Tarifvertrag haben schließlich nur Mitglieder. Ein wichtiges Argument bei der Mitgliedergewinnung für die IG Metall.

Gut kommunizieren
Nach ersten Inforunden geht es darum, über die Details des Tarifergebnisses zu informieren. Für Veranstaltungen und Gespräche bietet die IG Metall: Mus­ter-Präsentationen, Ergebnisflyer mit kurzer Erläuterung und ein Ergebnisplakat. Im Web-to-Print-Portal des Vorstands können betrieblich Aktive zudem eigene Flyer und Plakate erstellen, sie selbst bearbeiten und ausdrucken. Auch für Auszubildende gibt es eigene Materialien für das jeweilige Tarifgebiet. Es kann über die zuständige IG Metall-Geschäftsstelle bestellt werden.

Gelungen umsetzen
Mitte des Jahres soll die Umsetzung des Arbeitszeit-Tarifergebnisses im Betrieb beginnen. Auch dabei wird die IG Metall unterstützen: Im April erscheint eine Info-Broschüre zum Tarifabschluss für Vertrauensleute und Betriebsräte. Ebenfalls zur Mitte des Jahres gibt es eine Arbeits- und Handlungshilfe für Betriebsräte und Vertrauensleute. Dazu wird es ergänzendes Material geben, etwa zu den erweiterten Mitbestimmungsrechten, zur Personalplanung und -bemessung oder zu Strategien gegen Fachkräftemangel. Das Paket zur Umsetzung bekommt Ihr ab Juni über Eure Geschäftsstelle. Für den Herbst ist eine Broschüre zur Ansprache und Beratung der Mitglieder zu den neuen Arbeitszeitregelungen geplant.

Gemeinsam Erfolg haben
Aktive Metaller*innen wissen, nur eine mitgliederstarke und zeitgemäß aufgestellte Gewerkschaft garantiert Tariferfolge. Mit der letzte Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie haben wir uns als argumentations- und durchsetzungsfähig gezeigt. Das imponiert! Auch und gerade Menschen, die keine traditionell gewachsene Nähe zu politischer Mitbestimmung im Betrieb und aktiver Gewerkschaftsarbeit haben. Diese Stimmung zu nutzen hilft uns, Mitglieder zu gewinnen und zu halten.

Hier dazu einige "O-Töne":

Michael Scholl
Vertrauenskörperleiter, ZF, Saarbrücken:
»Wir haben 116 Mitglieder mehr als im November. Mit ­unserem Mitgliederprojekt 'Überzeugen statt überreden' gehen wir mit Infoständen in die Bereiche und in ­Diskussionen mit Kleingruppen. Ein ­Erfolg war, dass auch die Nichtmitglieder beim Ganztagswarnstreik dabei­ ­waren. Jetzt sprechen wir die an, die ­damals noch mit dem Eintritt gezögert haben: Das ist unser Ergebnis. Wir sind Teil davon.«

André Kannenberg
Vertrauenskörperleiter, TKMS, Kiel:
»Seit September hatten wir über 150 Neuaufnahmen. Durch ein Mitgliederwerbekonzept haben alle Vertrauensleute viele Nichtmitglieder angesprochen. Alle fanden die Tarifforderung gut. Über die Forderungen der Arbeitgeber haben sich viele geärgert. Und mit unserem ganztägigen Warnstreik haben wir gezeigt, dass wir für unsere guten Bedingungen auch weitergehen und kämpfen. Mit dem ­Ergebnis sind alle sehr zufrieden.«

Klaus Hartlehnert
Betriebsrat, Getrag, Bad Windsheim:
»Wir haben 38 Mitglieder mehr als im November, bei 400 Beschäftigten. Da wir ein Fertigungsbetrieb mit viel Drei-Schicht sind, haben vor allem die freien Tage für Belastete gezogen. Die Kollegen fragen jetzt schon nach den Anträgen. In der Tarifrunde haben unsere Vertrauensleute alle Maßnahmen zur Ansprache der Nichtmitglieder genutzt: die verhandlungsbegleitenden Aktionen, die Weckerverteilung, die Warnstreiks und unseren ganztägigen Warnstreik.«

Ünal Demir
VK-Leitung, Stihl, Waiblingen:
»Wir nutzen jede Gelegenheit, um Mitglieder zu werben. Die Kollegen vom Erschließungsprojekt des Bezirks helfen uns in der Eins-zu-eins-Kommunikation und bei der Öffentlichkeitsarbeit. Das super Tarifergebnis hilft uns neben dem Organizing dabei. Wir steigen mit dem Flugblatt ins Gespräch ein und sagen: ›Mit Deinem Engagement wäre das Ergebnis noch besser geworden.‹ Mit unseren Mitgliedern feiern wir Ende März das Tarifergebnis mit einem Fest.«


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