Interview mit Klaus Abel

Projektstart: "Die IG Metall vom Betrieb aus denken!"


24.01.2020 | Bei unserem Gewerkschaftstag hat die IG Metall das Projekt "Die IG Metall vom Betrieb aus denken!" beschlossen. Koordiniert wird das Großprojekt in Frankfurt von Klaus Abel, vormals 1. Bevollmächtigter der IG Metall Berlin. Derzeit startet die Debatte mit sogenannten Kick-offs in den Bezirken; so auch auf der Beschäftigtentagung NRW in Willingen.
Im Gespräch mit dem Extranet und uns erklärte Klaus Abel, was gedacht und getan werden muss, um durch das ambitionierte Projekt die Transformation der Arbeitswelt zu meistern. Und: die Organisationskraft der IG Metall kreativ und nachhaltig zu stärken.
Klaus, der Gewerkschaftstag hat das Projekt "Die IG Metall vom Betrieb aus denken" beschlossen. Derzeit starten Auftaktveranstaltungen in allen Bezirken.
Ja. Unser Leitgedanke ist: Die IG Metall als Organisation soll dort stattfinden, wo wir tagtäglich arbeiten, im Betrieb. Dort wollen wir die IG Metall sichtbarer und erlebbarer machen. Damit das gelingt, müssen wir uns ein paar Fragen stellen. Die Hauptfrage ist: Wie müssen wir unsere Arbeit verändern, um kompetent, beteiligungsorientiert und, wenn notwendig, konfliktfähig die Transformation so zu gestalten, dass gute Arbeit für alle entsteht?

Das Projekt soll Antworten geben. Wie ist es angelegt?

Wir legen das Projekt als breiten Beteiligungsprozess an. Die Veränderungen gehen nicht vom Vorstand aus. Das ist wichtig. Wir wollen 1000 "Veränderungspromotorinnen" und "-promotoren" ausbilden. Sie sollen als Akteure vor Ort im Betrieb und in der Geschäftsstelle die Entwicklungs- und Veränderungsprozesse unserer Arbeit vorantreiben – und dabei bestens unterstützt und vernetzt werden. Denn: Wir setzen bei dem Projekt voll und ganz auf das Wissen, auf die Kompetenz, auf Ideen und Kreativität unserer aktiven Metallerinnen und Metaller.

Und wie soll das konkret aussehen?

Die Veränderungspromotoren, alles haupt- und ehrenamtliche Kolleginnen und Kollegen, erarbeiten und erproben Vorschläge für eine erfolgreiche IG Metall. Die Ergebnisse kommen in einen Arbeitsspeicher, sie werden im Ortsvorstand und in den Geschäftsstellen besprochen. Es wird diskutiert, wie die Arbeit anders gestaltet werden kann, um erfolgreicher zu sein, aber auch, welche Erwartungen es an Bezirke, Bildungszentren und Vorstand gibt.

Was geschieht mit den Diskussionsergebnissen?

Die werden in einem Arbeitsspeicher dokumentiert. Dieser wird durch das Projektteam nach übergeordneten Fragestellungen geclustert. Dies ist Basis für Workshops auf Bezirksebene. Die Workshops haben die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, die Eingang finden in die weiteren Diskussionsprozesse der Gremien in der IG Metall.

Welchen Zeitraum hat das Projekt?

So ein Projekt braucht Zeit. Wir begeben uns gemeinsam auf einen breiten Lern- und Verständigungsprozess. Geplant ist, dass die Verdichtung der Ergebnisse, die Beratung im Vorstand und die Beschlüsse zu weiteren Umsetzungsschritten dann im 4. Quartal 2021 getroffen werden.
Und die Rolle der Bildungsarbeit?  

Unsere Bildungszentren unterstützen die Beteiligten während der gesamten Projektzeit. Dazu dient die Seminarreihe "Wir gestalten die Zukunft der IG Metall mit", kurz: "die Zukunftsreihe".

Darin geht es beispielsweise um Themen wie neue Ansätze für mehr Organisationsstärke und Beteiligung im Betrieb, eine aktive Betriebspolitik, etwa zur Durchsetzung von Zukunftsvereinbarungen, die Erhöhung der Anzahl kampffähiger Betriebe in unseren IG Metall-Tarifauseinandersetzungen, die Stärkung der Präsenz der Geschäftsstelle in der Region, sinnvolle Erfolgskriterien für eine erfolgreiche Mobilisierung zu gesellschaftspolitischen Fragen und Konflikten.

Stimmt! Ein dazu eigens aufgestelltes, kompetentes Team ist dafür in Sprockhövel grade in Aufstellung.

Gut so! Die ersten Seminare in Sprockhövel – konzipiert als gut zu reflektierende Pilotreihe – sollen bereits vor Ostern starten. 



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