Recht haben. Recht bekommen.

Bericht zu den 2. Arbeitsrechtstage in Sprockhövel


03.07.2020 | Auf den Arbeitsrechtstagen in Sprockhövel erfahren Betriebsräte so manches Nützliche und das aus allererster Hand! Das Schöne, man kann direkt nachhaken, mit kollegialem Beistand und etwas „Übersetzungshilfe“ rechnen, gemeinsam juristische Grauzonen erkunden, Handlungsspielräume ausloten und eigene Fragen klären.

Nur drei kleine Beispiele: 1. Rassistische und sexistische Beleidigungen rechtfertigen Abmahnungen und Kündigungen – und Arbeitsrichter verstehen da offensichtlich sehr viel weniger "Spaß" als so manches Zivilgericht (siehe die laschen und umstrittenen Urteile zu Hate-Speech im Netz). 2. Der Weg zur Arbeit ist ein Privatvergnügen; der Weg zum Kunden nicht – und muss deshalb bezahlt werden (BAG-Urteil vom 18.03. 2020) 3. Ein Verfall von Urlaubsansprüchen ist ohne eine schriftliche Vorab-Belehrung durch den Arbeitgeber unwirksam.

Die Arbeitsrechtstage in Sprockhövel:
Diesmal klein, aber fein …

… und auch mit den eigenen Rechtsfragen nie allein! Nach den positiven Rückmeldungen im letzten Jahr traf man sich in Sprockhövel wieder um über neue arbeitsrechtliche Entwicklungen und ihre Konsequenzen für die unsere Interessenvertretung im Betrieb zu sprechen. Obwohl dafür eigentlich das komplette Haus reserviertwar, konnten – corana-bedingt – diesmal leider nur knapp über 40 Teilnehmende dabei sein.

Begrüßt und moderiert von Sok-Yong Lee und Marcello Sessini, aus dem Bildungszentrum Sprockhövel stürzten sich die Teilnehmenden auf viel Input und beackerten gemeinsam die Dinge mit Hilfe toller Expertise. Die Themen am ersten Tag der Veranstaltung im  Plenum:

  • Aktuelles im Betriebsverfassungsrecht
    Mit Frank Auferkorte,
    Vorsitzender Richter am Landesarbeitsgericht Hamm

  • Aktuelles im individuellen Arbeitsrecht
    Mit Peter Schmidt,
    Vorsitzender Richter am LAG Hamm a.D.

 Am Nachmittag folgten 6 Workshops.


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  • Wie würden Sie entscheiden?
    Fälle und Mythen aus dem Arbeitsrecht
    Mit Daniel Welink, Fachanwalt für Arbeitsrech

    Zum Auftakt des zweiten Veranstaltungstages machten wir uns zu einem spannenden Streifzug durch den arbeitsrechtlichen Alltag von Betriebsräten auf. 

Anschließend gehörte die Bühne dem Thema Zukunft und Transformation. Denn grade hier stehen Demokratie und Rechtsprechung und insbesondere die Akteure der Mitbestimmung vor völlig neuen Herausforderungen.

  • Digitalisierung, KI, Crowdworking & Co
    Mit Dr. Thomas Klebe, Rechtsanwalt und ehrenamtlicher Richter am Bundesarbeitsgericht (BAG)

Aus dem Blickwinkel des erfahrenen Gewerkschafters referierte Thomas Klebe, der ehemalige Justitiar der IG Metall – ausführlich und anschaulich – zu den vielen Anforderungen vor die uns die bekannten Megatrends der Transformation schon heute und an allen Orten stellen.

Sein Credo: „Die Digitalisierung wird nur mit und nicht gegen die Beschäftigten erfolgreich sein! Andernfalls stehen große gesellschaftliche Verwerfungen und massive soziale Konflikte an." Wirtschaft und Politik, gelingende Betriebsratsarbeit und IG Metall stehen vor wichtigen Aufgaben. Denn: „Es braucht ganz neue Informations-, Beratungs- Initiativ- und Beteiligungsrechte – für die betriebliche und überbetriebliche Mitbestimmung sowie auch die Zivilgesellschaft. Diese Rechte gilt es nicht nur zu entwickeln, zu optimieren und politisch durchzusetzen. Sie müssen auch in der Praxis von uns eingefordert, angewendet und kontrolliert werden."

Große Aufgaben für die es klare Werte, "rote Linien", soziale Phantasie, viel Wirkungs- und Organisationskraft – und auch Zeit brauchen wird.

Vormerken: Die 3. Sprockhöveler Arbeitsrechtstage – vom 26. bis 28.05.2021 – also einen Tag länger als in diesem Jahr.

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