Rückschau zur Ausstellung

"4074 Tage" – Diese Bilder bleiben uns fest im Kopf ...


15.05.2019 | Demokratie wächst von unten! - so lautet auch in diesem Jahr unser bündelndes Motto für thematisch verschiedene Ausstellungen im Haus mit wechselnden Partnern und Freund*innen:

Zum Auftakt präsentieren wir - seit Januar - die Ausstellung "4074 Tage - Tatorte der NSU-Morde" in Kooperation mit dem Ressort Migration und Teilhabe der IG Metall sowie der Initiative Respekt.

Ein lohnenswertes Projekt, das Menschen zum Nachdenken und ins Gespräch brachte. Am 23.05. (Donnerstag um 18:30h) laden wir nun ein zur Finissage - doch die ist "Kein Schlussstrich!".

Hier - vorab -  ein kleiner Rückblick auf die letzten Wochen:

Gegen das Vergessen! Für den Dialog!
Die Ausstellung mit Fotografien von Kollegin Gabriele Reckhard, langjährige Bibliothekarin im BiZ und diplomierte Fotografin, lenkt unseren Blick von einer nur scheinbaren Alltäglichkeit der Tatorte auf die Ursachen des Geschehens, den Verlauf der Ermittlungen sowie die politischen und vor allem menschlichen Folgen. Sie stellt sensible und für alle wichtige Fragen und nimmt dabei - bewusst parteiisch - die Perspektive der Angehörigen und Betroffenen in direkter Nachbarschaft ein.

Die Ausstellung - eine Einladung zur Reflexion
Diese Einladung wurde sehr positiv angenommen: schon bei der Vernissage zur Ausstellung im Januar sowie auch anschließend. Zahlreiche Menschen und Presse besuchten die Ausstellung und nahmen an Führungen teil:

  • Neben vielen Seminarbesucher*innen aus dem Haus z.B. auch der diesjährige Bildungskongress der ehrenamtlichen und hauptamtlichen IGM-Bildungsreferent*innen, einige Betriebsräte und eigens angereiste Gäste, die die Ausstellung gerne selbst präsentieren möchten. Wegen der Nachfrage derzeit in Planung: ein "Duplikat" von "4074 Tage" für eine beziehbare Wanderausstellung.

  • Am ihrem letzten Schultag vor den Osterferien - besuchten 24 SchülerInnen und drei Lehrerinnen der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule Sprockhövel die Ausstellung im Bildungszentrum. Die Schule arbeitet nach dem Konzept "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" : die Klasse 10e hatte in einer Projektwoche vorrecherchiert und den Wunsch geäußert, die Ausstellung anzusehen. Ihre wichtigste Frage: "Warum tut man bloß sowas?"


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Bilderstrecke: Mannheim: Konferenz und Ausstellung – 6 Fotos

Die Ausstellung - zu Besuch in Mannheim
Auf Einladung des Ressorts Migration und Teilhabe reisten Gabriele Reckhard und ihre Ausstellung "4074 Tage" auch nach Mannheim. Dort tagten im März die vier sogenannten Personengruppen-Konferenzen: ein wichtiger Treffpunkt für die Frauen, die Angestellten, die Jugend und die Migrant*innen unserer Gewerkschaft und eine Ideenschmiede für die Arbeit der IG Metall, insgesamt etwa 1.300 Kolleg*innen aus dem ganzen Bundesgebiet.

  • Die Ausstellungstafeln fanden dort - zentral und auf Staffeleien frei positioniert - ihren Ort, direkt im Erdgeschoss an den Aufgängen zu den Tagungssälen. Ein Treffpunkt für viel Diskussionen und regen Austausch, der von den Delegierten und Gästen der Konferenz gerne genutzt wurde. Regelmäßig in den Mittagspausen und am Abend stand Gabriele Reckard auch dort für Fragen und Gespräche zur Verfügung.

  • Angeregt wurde die Besuche der Ausstellung durch die wertige Behandlung des Themas z.B. auf der Bundesmigrationskonferenz. Gabriele bekam im Plenum direkte Gelegenheit über ihre Motivation zu der Fotoarbeit zu sprechen. Zuvor verdeutlichte Politikwissenschaftler Aladin El-Mafaalani (Autor des Buches "Das Integrationsparadox") auch in seinem Referat, welche Zäsur die NSU-Morde für gelingende Integration gesetzt hat und wie sich u.a. durch das Verhalten der Ermittlungsbehörden, das Grundvertrauen der migrantischen Community in den Staat sowie ihr Zugehörigkeitsgefühl dramatisch verschlechtert hat.

  • Viele Besucher*innen schauten sich in der Ausstellung die Fotos alleine und wortlos an und lasen aufmerksam die Texte; viele kamen des Öfteren zurück und schrieben auch etwas ins Gästebuch; häufig kam man dabei aber auch in längere Gespräche, auch zu aktuellen Entwicklungen.

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Bilderstrecke: Bilder aus der Ausstellung – 7 Fotos

Die Ausstellung - Unsere Antwort heißt Solidarität!
Dazu Gabriele Reckard selbst: "Das Interesse war groß und ich habe viele Fragen zu meiner Motivation für die Bilder und zur Konzeption der Arbeit beantwortet. Ferner gab es u.a. Anfragen, Vorschläge und Anregungen für eine Präsentation der Ausstellung an weiteren Standorten. Besonders bewegt hat mich, dass sich viele Delegierte der Migrationskonferenz, Seminarteilnehmende und Gäste bei Führungen im Bildungszentrum sich ganz persönlich bei mir bedankt haben".

Gefreut haben wir uns auch über die Eintragungen in das noch ausliegende  Gästebuch der Ausstellung, hier nur zum Beispiel:

"Du hast dieses aktuelle Thema in besonderer Weise sichtbar gemacht. Endlich wird auch das Leid der Angehörigen gezeigt."

"Diese Geschichten zu lesen macht mich sehr betroffen und ich bekomme Gänsehaut. Wir müssen auf Transparenz setzen, Transparenz ist der Schlüssel."

"Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte! Eine Ausstellung wie diese - mit so unglaublichen Bildern - ist fast in der Lage, das Unaussprechliche auszudrücken. Niemand kann mehr leisten! Danke, wirklich." 

Deine Gelegenheit zu Statement und Kommentar – und vieleicht auch ein Dankeschön für das viele Engagement rund um die Ausstellung, bietet sich hier:

FINISSAGE - DOCH "KEIN SCHLUSSSTRICH" | DO. 23. MAI 2019 um 18:30 hIhr seid herzlich eingeladen zu kommen.

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