Kein Platz für Rassismus

Schweigeminute gegen rechte Gewalt

23.02.2012 | Die Seminarteilnehmer und Beschäftigten des Bildungszentrums Sprockhövels und die Mitglieder der Tarifkommission der IG Metall für die Metall- und Elektroindustrie NRW haben sich am Donnerstag an der bundesweiten Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer rechtsextremistischer Gewalt beteiligt. Zu der Schweigeminute, die zeitgleich zur zentralen Gedenkveranstaltung in Berlin stattfand, hatte die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, BDA, und der Deutsche Gewerkschaftsbund, DGB, aufgerufen.  Auch das Bildungszentrum Sprockhövel gedachte mit einer Veranstaltung im Saal des Bildungszentrums den Opfern rechter Gewalt.
 
Vor der Schweigeminute bezog Oliver Burkhard, IG Metall Bezirksleiter NRW, in einer kurzen Ansprache klar Stellung gegen rechte Gewalt und Rassismus. "Wir müssen und wir werden als Gewerkschaften immer unsere Stimme erheben gegen rechte Gewalttäter und braune Ideologen", so Burkhard.

Fritz Janitz, Leiter des IGM Bildungszentrums, rief zum Eintreten gegen Rassismus und Gewalt auf: "Ich wünsche mir, dass wir alle wach und empfindsam sind und bleiben für die gegenwärtigen Formen rechter Ideologie und rechter Gewalt." Und Janitz weiter: "Wo rechte Gewalt anfängt, endet die Humanität. Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, dafür zu sorgen, dass das nicht passiert."

Die IG Metall stünde für einen freiheitlichen demokratischen Staat, eine offene, bunte und tolerante Gesellschaft, für verfasste Mitbestimmung, freie Gewerkschaften, Arbeitnehmerrechte. Diese Prinzipien gelte es zu verteidigen und zu schützen und auch im Arbeitsalltag lebendig zu halten.

red


Ansprache im Wortlaut: Oliver Burkhard

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wenn wir uns hier gleich an der Schweigeminute beteiligen, dann nicht, weil wir zu diesem Thema schweigen wollen.

Im Gegenteil: Wir müssen und wir werden als Gewerkschaften immer unsere Stimme erheben gegen rechte Gewalttäter und braune Ideologen.

Aber indem wir gleich gemeinsam schweigen, halten wir einen Moment inne, um der Opfer rechtsextremer Gewalt zu gedenken.

Morde, Überfälle, Anschläge, Demütigungen - diese Verbrechen bringen furchtbares Leid.

Wir sind entsetzt und wütend über diese Gewalt, diesen Hass und diese Menschenverachtung.

Und wir schämen uns! Weil unsere Nachbarinnen und Nachbarn, 67 Jahre nach dem Ende der Nazi-Greuel in Deutschland offensichtlich nicht sicher, nicht ohne Angst, nicht friedlich leben können.

Wir trauern um die Opfer. Wir können nur versuchen, mitzufühlen mit den Familien und Freunden, die geliebte Menschen verloren haben. Sie sind traurig. Und darüber sollten wir traurig sein.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich bitte Euch, Euch zu erheben. Lasst uns gemeinsam an diejenigen denken, die Opfer rechtsextremistischer Gewalt geworden sind.

Ansprache im Wortlaut: Fritz Janitz

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Die IG Metall engagiert sich seit Jahren gegen Rassismus und Rechtsextremismus und kämpft für die Gleichbehandlung aller Beschäftigten. In den Betrieben ist ethnische und kulturelle Vielfalt oft bereits Realität. Es gibt gute Beispiele für erfolgreiche Integration, Respekt und Toleranz.

Wenn wir ehrlich sind: „ Es ist aber auch noch viel zu tun.“

Integration, Respekt und Toleranz!
In unserer Bildungsarbeit bemühen wir uns, diese Werte zu vermitteln. Dazu gehört auch die Kompetenz, andere Perspektiven und Sichtweisen wahrzunehmen, zu verstehen und wertzuschätzen.

Respekt vor der Freiheit und der Würde der Anderen.
Das ist der Anfang aller Gesellschaft und nur in diesem Klima kann eine humane Gesellschaft überhaupt gelingen. Das IG Metall Bildungszentrum Sprockhövel ist ein Ort, an dem seit Jahrzehnten in diesem Sinne Bildungsarbeit gestaltet wird. Nicht nur Kompetenzen, nicht nur Wissen - sondern Offenheit, Respekt und die Fähigkeit, dem Anderen zuzuhören – alles das wird hier vermittelt, erfahren und erlebt.

Ich wünsche mir, dass wir alle wach und empfindsam sind und bleiben für die gegenwärtigen Formen rechter Ideologie und rechter Gewalt. Wir sind an dieser Stelle nicht bereit, über unsere Überzeugung zu verhandeln.

Wir stehen für einen freiheitlichen demokratischen Staat, eine offene, bunte und tolerante Gesellschaft, für verfasste Mitbestimmung, freie Gewerkschaften, Arbeitnehmerrechte. Diese Prinzipien müssen wir schützen und verteidigen. Und wir müssen sie in unserem Arbeitsalltag lebendig halten.

Die rechtsextreme Gewalt zeigt: Wir müssen für unsere Prinzipien auch kämpfen! Denn dort wo rechte Gewalt anfängt, endet die Humanität. Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, dafür zu sorgen, dass das nicht passiert.

Diese Verantwortung nehmen wir an.

Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit!

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