Der Einsatz hat gelohnt

Mehr Entgelt und ein Durchbruch für moderne Arbeitszeiten


08.02.2018 | Das entschlossene Auftreten der IG Metall in der aktuellen Tarifrunde Metall + Elektro wurde in der (Medien-) Öffentlichkeit diesmal mit viel Sympathie verfolgt. Und vor allem: es scheint sich gelohnt zu haben! "Zukunftsweisend!", nennt der Erste Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann, das Tarifergebnis für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg: "Sie erhalten künftig nicht nur mehr Geld, sondern auch mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit. Flexibilität ist nicht länger ein Privileg der Arbeitgeber."

Hier das vereinbarte Verhandlungsergebnis im Detail:

Entgelt: Eine Vier vor dem Komma plus X
• Die Entgelte und Ausbildungsvergütungen steigen im April 2018 um 4,3 Prozent
• Für Januar bis März 2018 gibt es 100 Euro Einmalzahlung, Azubis erhalten 70 Euro
• Der Festbetrag von 400 Euro wird spätestens im Juli 2019 fällig, Auszubildende erhalten 200 Euro. Ab 2020 wird der Festbetrag gemeinsam mit dem tariflichen Zusatzgeld zu einer tarifdynamischen Sonderzahlung. Davon profitieren insbesondere untere Entgeltgruppen.

Verkürzte Vollzeit:
Durchbruch für moderne Arbeitszeiten
• Der Anspruch gilt ab 2019 für alle Vollzeit-Beschäftigten (mindestens 2 Jahre Betriebszugehörigkeit). Sie können ihre Arbeitszeit für mindestens 6 und maximal 24 Monate auf bis zu 28 Wochenstunden absenken. Eine Wiederholung ist möglich.

• Für den Ausgleich der wegfallenden Arbeitszeit wurden entsprechende Flexibilisierungsinstrumente vereinbart. Erst wenn 18 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit oder verkürzter Vollzeit sind, muss der Arbeitgeber keine weiteren Anträge genehmigen.

Tarifliches Zusatzgeld / tarifliche Freistellungstage:
• Das tarifliche Zusatzgeld von 27,5 Prozent eines Monatsentgelts bekommen alle Beschäftigten, es wird zusätzlich mit dem Festbetrag von 400 Euro erstmals im Juli 2019 ausbezahlt.
• Beschäftigte mit Kindern bis 8 Jahren, zu pflegenden Angehörigen und in belastenden Arbeitszeitsystemen wie Schichtarbeit können sich erstmals für 2019 alternativ für 8 tarifliche Freistellungstage statt des Zusatzgelds entscheiden. 2 dieser 8 freien Tage finanziert der Arbeitgeber zusätzlich.
• Anspruchsberechtigte Schicht: Für Beschäftigte, die in drei oder mehr Schichten oder in Nachtschicht arbeiten, gilt eine Betriebszugehörigkeit von mindestens 5 Jahren, wovon 3 Schicht gearbeitet sein müssen. Für Wechselschicht-Beschäftigte gelten im ersten Jahr mindestens 15 Jahre Betriebszugehörigkeit und 10 Jahre Schichtbeschäftigung, ab 2020 sinken die Voraussetzungen auf 7 Jahre Betriebszugehörigkeit und 5 Jahre Schicht

Mehr Zeit für Kinder und Pflege, Schichtarbeiter und Azubis
• Anspruchsberechtigte Pflege/Kind: Der Anspruch besteht erstmalig nach mindestens 2-jähriger Betriebszugehörigkeit. Pro pflegebedürftigem Angehörigen (mindestens Pflegestufe 1) und/oder pro Kind (bis Vollendung des 8. Lebensjahres) kann die Freistellung höchstens für zwei Jahre in Anspruch genommen werden.
• Der Anspruch, statt tariflichem Zusatzgeld freie Tage zu gewähren, kann durch freiwillige Betriebsvereinbarung auf den ganzen Betrieb, bestimmte Beschäftigtengruppen oder Abteilungen erweitert werden.

Auszubildende erhalten zusätzliche freie Tage vor Prüfungen



Vorstand der IG Metall empfiehlt die Übernahme in den anderen Tarifgebieten
Die Übernahmeverhandlung hier in NRW findet am Mittwoch, 14. Februar, 15 Uhr statt. Vorbehaltlich entsprechender Einigungen in allen Tarifbezirken und der Zustimmung aller beteiligten Tarifkommissionen ein echter Schritt nach vorn. Im Laufe der Woche werden jedenfalls die übrigen IG Metall-Bezirke in ihren jeweiligen demokratisch gewählten Tarifkommissionen die Übernahme des Ergebnisses entsprechend diskutieren.

Aktuelles findet sich im >IG Metall Tarif-Ticker


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