Unsere Alternative: Solidarität

Initiative Respekt verstärkt den Einsatz gegen Rassismus


24.10.2018 | Die IG Metall hat im IG Metall-Bildungszentrum den Sprockhövel offiziellen Startschuss für die neue Phase der Respekt-Initiative gegeben. Irene Schulz diskutierte zu diesem Anlass mit Verena Papke von der Seenotrettungsorganisation SOS Mediterranée, dem Autor und Sportjournalisten Ronny Blaschke sowie Marios Georgoudious, GJAV-Mitglied bei thysenkrupp zum Thema "Für welche Werte streiten wir?"

Gegen den Hass: Positionieren. Konfrontieren. Streiten.
Irene Schulz fand dazu kalre Worte: "Mit großer Sorge beobachten wir, wie eine gewaltbereite und sehr mobile Rechte, gegen unsere Werte mobilisiert. Unsere Botschaft, die wir dagegen setzen lautete "Wir sind mehr!" - rechte Hetze und Gewalt werden wir als Gewerkschafter*innen nie akzeptieren. Wir stehen für grundsätzliche Werte wie Menschlichkeit, Humanität und Demokratie!" Positionen der afd, die aus einer Mischung aus neoliberalen wirtschaftspolitischen Antworten und völkischer Interessenspolitik bestehen bestehen, sind dabei für Schulz mit gewerkschaftspolitischen Positionen genauso unvereinbar wie rassistische Anmache und Ignoranz.

"Unsere Alternative heißt Solidarität - und gelebte Vielfalt!"
Papke berichtete bei der Diskussionsveranstaltung von der schwierigen Arbeit des letzten verbliebenen Seenotrettungsschiffs im Mittelmeer, der Aquarius II. Infolge des Drucks europäischer Länder wurde die zivile Seenotrettung nahezu eingestellt, der Aquarius II. wird aktuell die Flagge entzogen. Papke appellierte - unter großem Applaus des Publikums - an die Bundesregierung, sich zur Situation auf dem Mittelmeer zu positionieren - und der Aquarius II. eine Weiterarbeit unter deutscher Flagge zu ermöglichen. Sportjournalist Blaschke forderte mehr verbindliche Maßnahmen für Integration im Sport und vor allem mehr Präsenz von Migration, auch in Leitungs- und Führungspositionen. Aus seiner Sicht, ist der Sport immer "Spiegel der Gesellschaft" und kann - siehe Sommermärchen WM - vereinen, aber eben auch trennen und das genaue Gegenteil bewirken - Wettbewerb, Konkurrenz und roghe, gewaltbereite Männderbündeleie. Hier reicht aus seiner Sicht die rein idealistische Erzählung über das Verbindende im Sport nicht länger aus: "Es gibt Strukturen und Mechanismen, die wir im gut Blick behalten müssen und wo echte Maßnahmen von Antidiskriminierung und Gleichstellungspolitik gefragt sind." Seib Credo: "Auch wenn 40 % der Aktiven im Sport einen sogenannten Migrationshintergrund haben, so sind es nur 5 bis 10 %, die auch in Entscheiderpositionen wirken - und das ist in eben in sehr vielen Bereichen der Gesellschaft so!". Auch Jugendvertreter Georgoudious verlangt nach größere Anstrengungen für Chancengleichheit in Beruf und Bildung, die Integration von Geflüchteten in der Arbeitswelt und vor allem klare Worte gegen zunehmenden Alltagsrassismus und offene Anmache.


Vorschau

Bilderstrecke: Startschuss für die neue Phase der Respekt-Initiative – 24 Fotos

"Farbe bekennen - und für gleiche Rechte gemeinsam streiten!"
"In den Betrieben arbeiten seit Jahrzehnten Beschäftigte unterschiedlicher Herkunft, Sprache, Religion und Kultur zusammen und streiten gemeinsam erfolgreich für gute Arbeit", betonte Irene Schulz in Sprockhövel. "Wir wissen, dass Zusammenhalt und Solidarität uns stark machen und wollen uns deshalb mit Mitstreiterinnen und Mitstreitern auch aus anderen gesellschaftlichen Bereichen im Kampf gegen politische Mythenbildung, Rassismus und Ausgrenzung" zusammentun." Da kommen die neuen Mitmachideen und Materialien der "Initiative Respekt!" inklusive Faktenchecks, Argumentationstrainings und entsprechend neuen Bildunsgangeboten gerade recht. Neben zahlreichen Respekt!-Seminaren im zentralen Bildungsprogramm führt die Initiative auf Anfrage ein- bis zweitägige Workshops in den Regionen durch: den Respekt!-Workshop für Auszubildende und den Aktionsworkshop "Rechtspopulismus entgegentreten". Die Initiative unterstützt auch finanziell: Geschäftsstellen oder Gremien der IG Metall, die Projekte für Respekt und Solidarität planen, können über einen Aktionsfonds Gelder erhalten. Für Teamsport-Events gibt es die passende Respekt!-Ausstattung, zum Beispiel Lauf- oder Radshirts. Neu ist auch die Roadshow im Respekt!-Design; am Infostand des Trucks gibt es alles Wissenswerte und Materialien zur Initiative.

Wie man "beherzt" die richtige Worte findet und Haltung zeigt, bewies nicht nur die Diskussion sondern zum Abschluss der Veranstaltung auch die musikalische Performance von Schauspieler, Musiker und Kabarettist Kutlu Yurtseven: Miteinander und füreinander!

Weitere Informationen: www.respekt.tv

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