VW-Seminar In Sprockhövel

Wie aktiv sein gegen Rechtspopulismus im Betrieb?


14.10.2020 | Unter dieser Fragestellung trafen sich Vertrauensleute von VW aus Wolfsburg zu einem Wochenseminar in Sprockhövel. Mitgenommen haben sie nicht nur inhaltliches Rüstzeug aus dem Seminar sondern auch eines unserer Respekt-Banner aus dem Foyer.

Zurück kam dafür bei der Bldungsassistenz ein Foto-Gruß per Mail verbunden mit  einem freundlichen Dankeschön von Vertrauensmann Wolfgang Baumert: "Prima, dass ihr uns das Transparent aus der der "Wandelhalle" des Bildungszentrums Sprockhövel einfach zur Verfügung gestellt habt. Es hat seinen würdigen Platz im VL-Besprechungszimmer unseres Betriebsratsbereiches B 8.7 im Volkswagenwerk Wolfsburg in Halle 42 gefunden. Bei unseren Treffen hängt es künftig direkt über dem Platz unserer Betriebsrätin Sonia Valitutto-Volanti und motiviert uns dazu, das Thema Rechtspopulismus ganz oben auf der Tagesordnung zu behalten!"

Im Fokus: Betriebsklima. Bundestagswahl. BR-Wahlen.

Im Blick haben die Vertrauensleute auch bei VW dabei nicht nur die Wahlerfolge rechter Parteien, Kreuz- und Querdenker in Sachen Corona, beleidigende Diffamierungen, vermehrten Hate Speech im Netz, Diskriminierungen und offenen Gewaltbereitschaft sondern auch die Folgen dessen für das eigene Engagement und ein offenes und solidarisches Klima unter Kolleg*innen. Hier heißt es aktiv Vorbeugen. Denn:

  • Auch in den Betrieben nehmen demokratie- und menschenfeindliche Einstellungen leider durchaus zu. Nicht nur in der Kantine und bei Betriebsrundgängen bekommt man des Öfteren rechte Sprüche zu hören. Uralte und neue Verschwörungstheorien, offener Rassismus und sexistische Anmache sind keine "Einzelfälle" mehr. Ängste, Konflikte, Ausgrenzung und Spaltung sind die drohenden Folgen und pures Gift für aktive und erfolgreiche Mitbestimmung – auch und grade in Krisenzeiten.

Was also heute tun für das Betriebsklima und mit vorausschauendem Blick auf die Bundestagswahl (2021) und die Betriebsratswahlen (2022)?

Für ehrenamtlich engagierte Vertrauensleute ist das keine einfache Aufgabe.

  • Hilfreich: aktuelle Arbeitshilfen im IG Metall-Extranet und auf der Aktionsseite der Initiative Respekt

  • Sehr hörenswert: unser Sommer-Podcast mit Uwe Meinhard, Bereichsleiter Grundsatzfragen und Gesellschaftspolitik beim IG Metall Vorstand zur Relevanz rechter Demagogen in den Betrieben.

  • Wichtig und unersetzlich: das offene Gespräch, direkter Erfahrungsaustausch mit den Kolleg*innen im Betrieb und persönliches Engagement als IG Metall vor Ort.

Gefragt: Kluge Strategien, Glaubwürdigkeit und "Standing"

Mit diesen und ähnlichen Fragen befasste sich deshalb auch das Seminar "Farbe bekennen! Aktiv gegen Rechtspopulismus" sehr konkret:

  • Wie sollen wir als Beschäftigte, Gewerkschafter*innen und in Betriebsgremien darauf reagieren?

  • Was sind unsere Antworten? Wie kommt man zu richtigen Einschätzungen und schnellen Bewertungen der Lage?

  • Wo ziehen wir rote Linien? Wie scheut man nicht den persönlichen Dialog oder die offene Kontroverse?

  • Worauf gilt es dabei zu achten? Wo hilft Wissen? Was fördert im Gespräch die eigene Spontanität und Standfestigkeit?

  • Was stärkt Demokratie? Was versaut nicht nur die eigene Laune, sondern auch jedes kollegiale Betriebsklima?

  • Welche Wege und (gesetzlichen) Mittel bietet Mitbestimmung gegen offene Diskriminierung?

  • Wie sehen Aktionen aus, die mehr sind als symbolische Geesten?


Rechte im Betrieb?
"Keine Sorge, man kann sie alle entzaubern!"

Dazu Kollege Wolfgang Baumert nach dem Seminar: "Um falschen Demagogen und rechten Betriebsrats-Listen erst gar keinen Raum zu geben, müssen wir vor allem für die Leute wirklich da sein.

Konkret: "Es gilt in der Halle Präsenz zu zeigen, persönlich ansprechbar zu sein, auf einzelne Leute zuzugehen und sich nicht einfach nur wegzuducken! Dafür hat uns das Seminar neuen Rückenwind verschafft, aus dem wir in Wolfburg nun praktische Initiative machen wollen."

  • Was sich Wolfgang dabei für die eigene Arbeit als Vertrauensmann dringend wünscht: "Gute Aktionsideen und Arbeitszusammenhänge, mit denen wir in der Belegschaft glaubwürdig und vor allem kontinuierlich Haltung zeigen, unseren emotionalen Zusammenhalt stärken und wirklich überzeugen.

  • Was er in dem VW-Seminar in Sprockhövel vermisste: "Sinnvoll scheint mir, ein verstärkter überbetrieblicher Erfahrungsaustausch, auch und grade zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen (Automobil-) Betrieben, die mit rechten BR-Listen und Aktivisten bereits Erfahrungen machen mussten."

Sprockhövel bedankt sich bei Danuta Hummel, Maria Vanni und Wolfgang Baumert für den netten Foto-Gruß aus Wolfsburg. Wir werden Eure Wünsche beherzigen und weitergeben.

Euch allen wünschen wir bei künftigen VW-Aktivitäten Rückhalt und Erfolg.

PS: An alle Interessierten: Im neu erschienenen Bildungsprogramm 2021 finden sich viele passende Seminar-Angebote zu den hier angeschnittenen Themen. Jetzt stöbern und anmelden!

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